Reptilien

Forschungsteam untersucht ältesten Reptilien-Magen der Welt

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Zürich,

Forscher haben den Magen eines Fossils untersucht. Austronaga minuta lebte vor rund 240 Millionen Jahren.

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Forschende haben den Magen eines 240 Millionen Jahre alten Fossils untersucht. (Symbolbild) - keystone

Ein Blick in den ältesten Reptilien-Magen der Welt: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ein Fossil aus der Zeit vor den Dinosauriern untersucht und damit neue Einblicke in die Evolution der Reptilien gewonnen.

Archosaurier, die Vorfahren von Dinos und Krokodilen, eroberten die Meere offenbar früher als bisher angenommen. Dies berichtete ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften am Mittwoch im Fachjournal «Science Advances». Auch die Universität Zürich war an der Studie beteiligt.

Der Fund ist aussergewöhnlich, da neben dem über 240 Millionen Jahre alten Skelett der Art «Austronaga minuta» auch Weichteile erhalten geblieben sind. Es enthält Magen, Leber sowie Darm – die ältesten bisher nachgewiesenen fossilen Verdauungsorgane eines Reptils.

Fischschuppen im Magen

Das Fossil weist mehrere Merkmale eines Tieres auf, das ausschliesslich im Wasser lebte. Unter anderem waren die Vorderbeine paddelartig geformt und deutlich länger als die Hinterbeine. Zudem war die Verbindung zwischen Kreuzbein und Becken lose, was die Fortbewegung an Land stark eingeschränkt hätte. Die Nasenöffnungen waren für eine leichtere Atmung an der Wasseroberfläche nach hinten verlagert.

Im Magen des Fossils fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausserdem Fischschuppen, was darauf hindeutet, dass sich die Art von Fischen ernährte.

Bisher nur wenige Belege

Aussergewöhnlich ist dies, weil es bisher nur wenige Belege dafür gab, dass Vertreter des Stamms der Archosaurier in dieser Periode die Meere besiedelten.

Das Skelett stammt aus der Zeit nach dem dritten grossen Massenaussterben vor 252 Millionen Jahren am Ende des Zeitalters Perm. Aus dieser Katastrophe ging die Trias-Zeit hervor – eine Ära des biologischen Aufbruchs, in der die Ökosysteme neu besetzt wurden und die schliesslich den Weg für die Entstehung der ersten Dinosaurier ebnete.

Bisher ging die Wissenschaft oft davon aus, dass die Meere der Trias-Zeit vor allem von anderen Reptiliengruppen, wie etwa den fischähnlichen Ichthyosauriern, erobert wurden, während die Archosaurier-Linie fast ausschliesslich an Land lebte. Der neue Fund zeigt nun: Dieser evolutionäre Schritt vom Land zurück ins Meer gelang auch den Archosauriern – und das erstaunlich früh und umfassend.

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