Forscher versetzen Vogel-Gehirn mit Fake-Erinnerungen

    Alexander König
    Alexander König

    USA,

    Forschern ist es gelungen, einen Vogel das Singen zu «lehren». Sie pflanzten dem Finken sozusagen Erinnerungen ein, indem sie ihn mit Licht bestrahlten.

    Fink Gelb Violett Blau
    Ein Fink sitzt auf einem dicken Ast. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vögel lernen das Singen normalerweise von ihren Eltern.
    • Denn sie müssen die Töne hören, bevor sie sie nachahmen.
    • Forscher konnten einem Finken diese Erinnerung nun künstlich einpflanzen.

    Vogelgesang will gelernt sein. Zuerst werden die Vögel von ihren Eltern besungen. Irgendwann beginnen die Kleinen dann mit der Nachahmung und werden selbst zum Singer.

    Doch es geht auch anders: Wissenschaftler des UT Southwestern’s O’Donnell Brain Institute konnten Finken Rhythmen beibringen, die diese nie zuvor gehört hatten. Über eine spezielle Licht-Therapie stimulierten die Forscher hierzu gezielt Regionen in ihrem Gehirn, die für den Hörvorgang zuständig sind. Somit war quasi das Einpflanzen falscher Erinnerungen möglich. In Fachkreisen nennt sich diese Methode Optogenetik.

    Morsecode fürs Gehirn

    Vorstellen könne man sich die Bestrahlung laut eins Berichts von «NewAtlas» in Form einer Art Morsecodes. Längere Lichtimpulse veranlassten die Vögel dazu, längere Silben zu singen und umgekehrt. Das funktionierte bei Vögeln, die bis anhin nie gesungen haben.

    Es handle sich um vergleichsweise einfache «Stücke», welche die Forscher ins Gedächtnis der Vögel implementieren konnten.

    Fink Insekt
    Ein Fink verzehrt ein Insekt. - Pixabay

    Todd Roberts, leitender Forscher der Studie, sagt: «Wir bringen dem Vogel nicht alles bei, was er wissen muss – nur die Dauer der Silben in seinem Lied.»

    Ansatz zur Behandlung von Sprachstörungen

    Welche Gehirnregionen manipuliert werden müssten, um die Tonhöhe zu beeinflussen, wissen die Experten noch nicht.

    Die Erkenntnisse sollen irgendwann dabei helfen, Therapien gegen bestimmte Sprachstörungen beim Menschen zu untersuchen und vielleicht sogar auch zu behandeln.

    Wissen, ohne es gelernt zu haben

    Dies ist nicht das erste Mal, dass es Forschern gelungen ist, Verhaltensweisen zu «implantieren». Gemäss dem Bericht schafften es Wissenschaftler erst letztes Jahr, erlerntes Verhalten aus einer Meeresschnecke in eine andere zu injizieren.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Schwarzes loch
    5 Interaktionen
    Neue Hypothese
    rehe friedhof
    3 Interaktionen
    Berlin
    Tesla
    193 Interaktionen
    Länger als Autoleben

    MEHR IN NEWS

    2 Interaktionen
    Anchorage
    BUlle FR
    1 Interaktionen
    Sofia
    gast
    428 Interaktionen
    «Wollten Rosenwasser»

    MEHR AUS USA

    -
    21 Interaktionen
    «Völlig ausdruckslos»
    Kevin Federline
    24 Interaktionen
    Kevin Federline
    Heidi Klum.
    22 Interaktionen
    New York
    19 Interaktionen
    Washington