Forscher messen rätselhafte Radiowellen aus den Weiten des Alls

    Keystone-SDA
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    Kanada,

    Forscher haben Signale aus fremden Galaxien empfangen. Dass es sich um Botschaften von Leben im All handelt, gilt aber als extrem unwahrscheinlich.

    Fast Radio Burst
    Schnelle Radioblitze werden auch Fast Radio Burst genannt. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Forscher haben aus weit ausserhalb unserer Galaxie mysteriöse Radiowellen empfangen.
    • Die Radioblitze entstehen in dichten und turbulenten Regionen von Gastgalaxien.

    Wissenschaftler in Kanada haben mysteriöse Radiowellen von weit ausserhalb unserer Galaxie empfangen. Während eines Testlaufs mit dem riesigen und extrem leistungsfähigen Radio-Teleskop CHIME in der kanadischen Provinz British Columbia seien im Sommer ein Dutzend schneller Radioblitze gemessen worden. In einem Fall wiederholte sich diese «Fast Radio Bursts» (FRB). Wie und wo die Signale entstanden, ist unklar. Schnelle Radioblitze dauern nur wenige Millisekunden, können aber so viel Energie freisetzen wie die Sonne im Laufe von 10'000 Jahren. Entdeckt wurde das Phänomen 2007.

    Nachdem das CHIME-Teleskop nun voll einsatzfähig ist, könnten bis Jahresende womöglich tausend solcher Radioblitze gemessen werden, erklärte Deborah Good, Doktorandin an der University of British Columbia. Sie gehört zu den 50 Wissenschaftlern von fünf Forschungseinrichtungen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt sind und nun zwei Studien im Fachblatt «Nature» veröffentlicht haben.

    «FRBs werden wahrscheinlich in dichten, turbulenten Regionen von Gastgalaxien erzeugt», sagte der an den Studien beteiligte Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill University der Nachrichtenagentur «AFP». Mögliche Entstehungsorte sind Gaswolken, aus denen Sterne hervorgehen, oder stellare Explosionen wie eine Supernova.

    Wiederholte Radioblitze als Sonderfall

    Sich wiederholende schnelle Radioblitze sind ein für die Wissenschaft besonders interessanter Sonderfall. Vor der Messung durch die kanadischen Forscher wurde das Phänomen sich wiederholender Radioblitze erst einmal im Jahr 2012 beobachtet.

    Es sei auszuschliessen, dass die sich wiederholenden schnellen Radioblitze durch Katastrophen entstünden, bei denen ihre Quelle zerstört wird, betonte Shriharsh Tendulkar. «Ein FRB durch das Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch beispielsweise kann sich nicht wiederholen.»

    Rätsel geben den Astronomen auch von ihnen registrierte Radioblitze mit besonders grosser Wellenlänge von knapp einem Meter auf. Dass es sich dabei um Botschaften von Leben in fernen Galaxien handelt, hält Shriharsh Tendulkar allerdings für «extrem unwahrscheinlich». «Als Wissenschaftler kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschliessen», sagte er. «Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf.»

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