Ein einziges Gespräch kann Suizidversuche verhindern

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Zürich,

Schon kurze Gespräche nach einem Suizidversuch können Gefährdete von einem weiteren Versuch abhalten. Das zeigt eine Übersichtsstudie von Forschenden aus Zürich.

Schon eine einzige Therpaiesitzung kann das Suizidrisiko senken. (Symbolbild)
Schon eine einzige Therpaiesitzung kann das Suizidrisiko senken. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

«Bereits eine einzige strukturierte Sitzung kann wirksam sein», wurde Studien-Erstautorin Stephanie Homan in einer Mitteilung der Universität Zürich (UZH) vom Dienstag zitiert.

Menschen, die bereits einen Suizidversuch hinter sich haben, weisen laut den Forschenden ein deutlich höheres Risiko für weitere Versuche auf. Doch herkömmliche psychotherapeutische Behandlungen sind oft zeitaufwändig und mit langen Wartezeiten verbunden, wie die Forschenden in der Studie festhielten. Nur rund ein Drittel der Betroffenen erhalte nach einem Suizidversuch eine weiterführende ambulante Behandlung.

Hier kommen sogenannte «Brief Interventions and Contact» (BIC) ins Spiel: Kurze, strukturierte Massnahmen. Solche BIC umfassen eine bis zwölf Sitzungen und reichen von kurzen psychotherapeutischen Gesprächen über Telefonanrufe und Postkarten bis hin zu Sicherheitsplanungen für Krisensituationen.

Für die Studie untersuchten die Forschenden die Wirksamkeit solcher Kurzinterventionen. Das Ergebnis: Diese Massnahmen senken das Risiko eines erneuten Suizidversuchs um 28 Prozent.

Für ihre Analyse werteten die Forschenden Daten aus 33 Studien aus den Jahren 1993 bis 2025 aus, die insgesamt rund 9550 erwachsene Teilnehmende aus Europa, Amerika, Asien, dem Nahen Osten sowie Australien und Neuseeland umfassten.

«Diese Kurzinterventionen sind besonders in Notaufnahmen, auf psychiatrischen Stationen oder in der ambulanten Versorgung von Bedeutung – überall dort, wo personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind», so Homan weiter. Sie eigneten sich insbesondere im Anschluss an eine Notfallbehandlung oder nach einem Spitalaustritt.

Gleichzeitig betont die Studienautorin, dass Kurzinterventionen keine intensiveren Therapien ersetzen können. Sie bieten vielmehr eine schnelle, erste Unterstützung und können Teil umfassender Präventionsstrategien sein.

Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift «eClinicalMedicine».

Kommentare

User #3365 (nicht angemeldet)

Als würde Gespräch Problem lösen, dannach selbe situation--- Ich musste selber hart lernen das wen man noch jemand hat der zuhört Probleme noch nicht so schlimm sind. Erst wen niemand mehr zuhört weiss man das man Diskriminiert wird---

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