Berner Forschende finden Hinweise auf früheren Ozean auf dem Mars
Ein Forschungsteam der Universität Bern entdeckte auf dem Mars Flussspuren – ein Hinweis auf einen einstigen grossen Ozean.

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern hat im Valles Marineris auf dem Mars Flussdeltas entdeckt. Die Strukturen wurden auf hochauflösenden Bildern von Mars-Sonden identifiziert, wie die Universität Bern in einer Pressemitteilung berichtet.
Die Analyse der Aufnahmen zeigt ehemalige Flussmündungen, die einst in einen Ozean geflossen sein sollen. Heute sind die Deltas weitgehend von Dünen überdeckt.
«Bei den Strukturen handelt es sich eindeutig um die Mündung eines Flusses in einen Ozean», wird Studienleiter Fritz Schlunegger zitiert. Alle entdeckten Deltas liegen laut der Pressemitteilung auf derselben Höhe.
Mars war einst halb von einem Ozean bedeckt
Dadurch konnte das Forschungsteam den damaligen Meeresspiegel und den Verlauf der Küste rekonstruieren. Demnach war der Ozean etwa so gross wie der heutige Arktische Ozean.
Der Ozean erstreckte sich über die gesamte Nordhalbkugel und bedeckte rund die Hälfte des Mars. Frühere ESA-Radarmessungen zeigten Sedimente, berichtete «esa.int».
Die neuen Ergebnisse gelten als besonders direkt und präzise und unabhängige Fachleute bestätigen die Interpretation der Flussspuren. Der Höchststand des Mars-Ozeans lag demnach vor rund drei Milliarden Jahren.
Berner Kamera liefert Hinweise auf frühes Leben auf dem Mars
Die entscheidenden Aufnahmen lieferte die Berner CaSSIS-Kamera. Ergänzt wurden sie durch Daten der ESA-Sonden Mars Express und ExoMars, was die Analyse zusätzlich untermauerte, wie «mediarelations.unibe.ch» berichtet.
Die Entdeckung deutet darauf hin, dass der Mars einst lebensfreundliche Bedingungen bot. Forschende sehen darin ein erhebliches Potenzial für frühes Leben und sprechen vom einstigen «blauen Planeten».

«Wir kennen den Mars als trockenen, roten Planeten. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass er in der Vergangenheit ein blauer Planet gewesen ist», wird Erstautor Ignatius Argadestya zitiert. Wohin das Wasser später verschwand, ist weiterhin Gegenstand der Forschung.








