Basler Forschende schleusen gesunde Mitochondrien in kranke Zellen
Ein neues System namens «MitoCatch» aus Basel soll Zell-Kraftwerke reparieren. Es transportiert gesunde Mitochondrien von Spenderinnen und Spendern gezielt dorthin, wo sie bei Krankheiten wie Parkinson gebraucht werden.

Die Technologie basiere auf gentechnisch erzeugten Proteinen, die als Andockhelfer dienten, teilten die Universität Basel und das Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) am Mittwoch mit. Diese lotsen Spender-Mitochondrien zu den betroffenen Zellen.
Funktionsstörungen der Mitochondrien, die als Kraftwerke der Zellen gelten, sind die Ursache für zahlreiche bislang unheilbare Krankheiten. Dazu zählen neurodegenerative Leiden wie Parkinson, die Degeneration des Sehnervs sowie gewisse Formen von Herzinsuffizienz.
Bisherige Versuche, gesunde Mitochondrien in geschädigte Zellen zu transplantieren, galten als ineffizient. Zudem konnte nicht sichergestellt werden, dass die Spender-Mitochondrien die richtigen Zellen erreichen.
Das Team um die Erstautoren Temurkhan Ayupov und Verónica Moreno-Juan testete das System an verschiedenen Zelltypen von Mäusen und Menschen. Die Methode brachte Mitochondrien zuverlässig in Neuronen sowie in Zellen der Netzhaut, des Herzens und des Immunsystems. In den Zielzellen blieben die neuen Mitochondrien funktionsfähig.
An Gewebeproben von Verstorbenen wiesen die Forschenden nach, dass Spender-Mitochondrien das Überleben von Neuronen bei Erkrankungen des Sehnervs verbessern. Sie förderten zudem die Regeneration von Netzhautzellen. In Tiermodellen wurde die Methode gut vertragen und löste keine nachweisbare Abwehrreaktion des Immunsystems aus. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlicht.






