Basler Epidemiologin Galli für Noma-Forschung ausgezeichnet
Die Epidemiologin Anaïs Galli vom Swiss TPH ist für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur Tropenkrankheit Noma mit dem R. Geigy Award 2026 geehrt worden. Die Auszeichnung der R. Geigy-Stiftung ist mit 20'000 Franken dotiert.

Die Forscherin trug massgeblich dazu bei, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Noma im Dezember 2023 in die Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten aufnahm, wie das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) mit Sitz in Allschwil BL am Freitag mitteilte.
Galli begann 2020 mit der systematischen Aufarbeitung der weltweiten Datenlage, deren Ergebnisse 2022 im Fachblatt «The Lancet Infectious Diseases» erschienen.
Aktuell leitet die Wissenschaftlerin epidemiologische Untersuchungen in Madagaskar sowie Togo und etablierte die Plattform «Noma Platform». Zudem beriet sie laut Mitteilung die WHO bei der Ausarbeitung von Richtlinien und Schulungsmaterialien. Neben ihren Arbeiten zu Noma untersuchte Galli Massnahmen zur Verbesserung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene in Gesundheitszentren in Mali und Burkina Faso.
Noma trifft vor allem kleine Kinder, die in extremer Armut leben. Die Krankheit beginnt scheinbar harmlos mit wundem Zahnfleisch und leichten Mundgeruch. In diesem Stadium könnte sie noch leicht mit einem Antibiotikum geheilt werden.
Bleibt die Krankheit unbehandelt, greift die Infektion auf das umliegende Gewebe über. Dabei wird das ganze Gesicht angegriffen und «von der Infektion regelrecht zerfressen», wie es weiter heisst. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen sterben an Noma, wenn sie nicht behandelt werden.






