Riehen BS: Siegerprojekt für das Stettenfeld steht fest
In Riehen BS ist der Studienauftrag für das 17,6 Hektaren grosse Stettenfeld entschieden. Ab dem 6. November sind die Entwürfe im Gemeindehaus zu sehen.

Das Stettenfeld ist mit rund 17,6 Hektaren das grösste Entwicklungsgebiet der Gemeinde Riehen. Im rechtskräftigen Nutzungsplan Stettenfeld ist unter anderem festgehalten, dass ein nachhaltiges und familienfreundliches Quartier mit 35 % öffentlicher Grünfläche, 10 % Fläche für Sport und Freizeitnutzungen und 55 % Bauzone entstehen soll. Dabei ist auf die bestehenden Naturwerte Rücksicht zu nehmen und bei der massvollen Bebauung mit maximal drei Geschossen plus Dachgeschoss auf eine differenzierte und lebendige Bebauungsstruktur zu achten.
Studienauftrag erfüllt Vorgaben zu Naturraum, differenzierter Bebauung und Nachbarschaft
Zur Umsetzung hat die Gemeinde Riehen einen Studienauftrag durchgeführt. Das Team mit Buchner Bründler Architekten, Maurus Schifferli Landschaftsarchitektur und moveIng überzeugte mit ihrem sorgfältigen Beitrag «Landschaft für alle!» das Beurteilungsgremium einstimmig.
Wertvolle Naturräume bleiben erhalten und werden noch besser geschützt
Das Projekt versteht das Stettenfeld als landschaftlich geprägten Raum, dessen Charakter bewahrt und weiterentwickelt wird. Eine durchgehende offene Wiesenlandschaft mit Obstgarten bildet das Rückgrat des neuen Lebensraums.
Sie verbindet bestehende und neue Freiräume und übernimmt ökologische, soziale und klimatische Funktionen. Die Baufelder sind so gesetzt, dass bestehende ökologische und freiräumliche Qualitäten erhalten bleiben.
Vielfältige Wohn- und Eigentumsformen werden ermöglicht
Gebaut wird in frei gesetzten Wohnhöfen, die an die Riehener Hof- und Landgutstrukturen anknüpfen. Diese Bebauungsstruktur ermöglicht unterschiedliche Wohn- und Eigentumsformen und eine soziale Durchmischung mit preisgünstigem Wohnraum. Die Höfe schaffen Räume, in denen lebendige Nachbarschaften entstehen.
Quartiere profitieren
Drei Subzentren dienen als Orte der Begegnung: Im Süden bildet der Ebackerpark mit Kindergarten und Café den Auftakt, im Norden liegen die Sportanlagen als Übergang nach Lörrach. Mit 35 % der Fläche für öffentliche Grünflächen und 10 % für Sport- und Freizeitanlagen entstehen Angebote, die Vereine und die umliegenden Quartiere direkt bereichern.
Das Stettenfeld mit seinen Qualitäten weiterentwickeln
Der vom Beurteilungsgremium gewählte Studienauftrag zeigt, wie das Stettenfeld unter Berücksichtigung seiner bestehenden Qualitäten weiterentwickelt werden kann. «Das Projekt überzeugt durch eine klare, ortsspezifische Idee und den sorgfältigen Umgang mit den Naturwerten und der Parzellierung», sagt Daniel Baur, Landschaftsarchitekt und Präsident des Beurteilungsgremiums. Auch Gemeinderat Felix Wehrli betont die verschiedenen Qualitäten des Projekts: «Das Projekt zeigt, wie wir das grosse grüne Dorf weiterbauen können. Es schafft Wohnraum für Familien und Generationen, neue Orte für Sport und Freizeit und die wertvollen Naturflächen bleiben erhalten.»
Der Studienauftrag sei ein wichtiger Schritt, bekräftigt Sebastian Olloz, Projektleiter und Ortsplaner der Gemeinde Riehen. «Er zeigt, wie die bestehenden Merkmale des Stettenfeld erhalten und in die künftige Gestaltung integriert werden können. So wird das Stettenfeld zu einem Ort, an dem man im Grünen lebt, sich begegnet und sich gerne aufhält.» Die Realisierung des Projektes erfolgt etappiert, beginnend mit dem Grünraum im Süden.
Gemeinderat Daniel Hettich führt aus: «Mit der Entwicklung des Stettenfeld wollen wir die Gemeinde Riehen noch attraktiver machen. Wir entwickeln Riehen weiter, stärken seine Qualitäten und bewahren seinen Charakter. So gestalten wir die Zukunft unserer Gemeinde weiter.»
Zusammen mit dem Siegerteam wird nun unter Einbezug der Bevölkerung ein städtebauliches Gesamtkonzept erarbeitet. Dieses bildet die Grundlage für die zweite Stufe der Nutzungsplanung mit Zonenplan und Bebauungsplänen, für die Erschliessungspläne und für das Landumlegungsverfahren.
Öffentliche Ausstellung und Mitwirkungsveranstaltung
Das vom Beurteilungsgremium empfohlene Projekt «Landschaft für alle!» sowie die beiden anderen Beiträge des Studienauftrags werden der Riehener Bevölkerung in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert. Die Ausstellung findet im Gemeindehaus statt.
Ausstellung: ab 6. November
Ort: Gemeindeverwaltung, Wettsteinstrasse 1, 1. Obergeschoss
Zeit: während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung
Darauffolgend werden die Riehenerinnen und Riehener anfangs 2027 an eine Mitwirkungsveranstaltung eingeladen. Hierzu werden weitere Informationen folgen.
Das Nutzungsplanverfahren ist ab 2028 vorgesehen. Der Einwohnerrat muss anschliessend die Stettenfeld-Planung beschliessen (ab 2029).
Der Bericht des Beurteilungsgremiums und weitere Informationen sind ab dem 6. November 2026 abrufbar unter www.riehen.ch/stettenfeld.
Das Zukunftsbild Stettenfeld wurde 2020 bis 2022 gemeinsam mit Grundeigentümern, Bevölkerung und Einwohnerrat erarbeitet und im Februar 2022 vom Gemeinderat verabschiedet. Ab 2025 wurde ein Studienauftrag durchgeführt: Zehn Teams waren zur Skizzenbewerbung eingeladen, drei von ihnen haben anschliessend über ein Jahr lang ein städtebauliches und freiräumliches Konzept erarbeitet. Das Beurteilungsgremium aus Politik, Verwaltung, Grundeigentümern, Nutzern und Fachleuten hat die Beiträge am 15. Januar 2026 beurteilt.
Teilnehmende Teams: Buchner Bründler Architekten, Maurus Schifferli Landschaftsarchitektur und moveIng; Futurafrosch Architektur und Raumentwicklung, Bischoff Landschaftsarchitektur und Urbanista; Rahbaran Hürzeler Architektinnen und Architekten, META Landschaftsarchitektur und Basler & Hofmann Verkehrsplanung.







