Ein Team von Unterwasserarchäologen hat bei einer Ausgrabung in der Lagune der italienischen Stadt Venedig die Überreste einer Austernzucht entdeckt. Diese stammt wohl aus der Römerzeit.
Venedig
Die Lagunenstadt Venedig - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Gefunden wurde ein rechteckiger Ziegelsteintank auf dem Meeresgrund von Lio Piccolo in der Gemeinde Cavallino-Treporti, der mit Radiokarbonanalysen auf das erste oder zweite Jahrhundert vor Christus datiert werden konnte.

Im Tank aussergewöhnlich gut erhaltene Krebse werden nun untersucht. «In der römischen Welt wurden die Austern in Gallien und auf der italienischen Halbinsel sehr geschätzt», teilten die Archäologen am Mittwoch mit. Antike Autoren berichten auch über die Austern Istriens. Daher sei es nicht verwunderlich, dass eine Austernzucht in Lio Piccolo gefunden wurde, also an einem Ort, der in der Römerzeit nahe der Küste gelegen haben muss, wo man ideale Wachstumsbedingungen vorfand«, erklärte Carlo Beltrame, Professor für Meeresarchäologie an der Universität Ca' Foscari in Venedig.

Archäologen vermuten, dass die Austernzucht Teil eines grösseren Komplexes war, der unter dem Wasser der Lagune entdeckt wurde. Dabei dürfte es sich um die Überreste einer maritimen Villa mit Fischzuchtbecken handeln.

«Diese versunkenen Bauwerke sind unschätzbare Anhaltspunkte für die Untersuchung des Phänomens des relativen Anstiegs des Meeresspiegels, das dazu führte, dass die römischen Bauwerke um mehr als zwei Meter unter den heutigen mittleren Meeresspiegel sanken», erklärte Beltrame.

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