Im Prozess um einen in einer privaten Villa in Deutschland sichergestellten Weltkriegspanzer geht das Landgericht in Kiel (Schleswig-Holstein) der Frage der Funktionstüchtigkeit des Kriegsgeräts nach.
Justitia
Justitia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Donnerstag befragte das Gericht dazu einen Sachverständigen der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition.

Dabei traten unterschiedliche Auffassungen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung in der Frage, ob es sich bei dem Wehrmachtspanzer vom Typ Panther noch um eine Kriegswaffe handelt, offen zu Tage.

Nach Ansicht des Verteidigers Gerald Goecke reicht aus, dass der Panzer hinreichend unbrauchbar gemacht wurde, um einen bestimmungsgemässen Einsatz zu verhindern. Dem widersprach Staatsanwalt Thorsten Wolke. «Alle Dinge, die auf der Kriegswaffenliste stehen, sind per se verboten», sagte er. Die Frage der Funktionstüchtigkeit spiele dabei keine Rolle.

Für die Kammer ist entscheidend: Wenn der Panzer nicht im Kriegseinsatz verwendet werden könne, «ist das keine Kriegswaffe mehr», sagte der Vorsitzende Richter Stephan Worpenberg.

Der 84 Jahre alte Besitzer des Panzers muss sich wegen Verstosses gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und weitere waffenrechtliche Bestimmungen verantworten. Bei einer Durchsuchung seiner Villa an der Kieler Förde im Sommer 2015 wurden auch ein Torpedo, ein Mörser vom Kaliber 5 Zentimeter sowie eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter sichergestellt. Zudem fanden Ermittler Maschinen- und Sturmgewehre, halb- und vollautomatische Pistolen sowie mehr als 1000 Schuss Munition. Verstösse gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz werden in Deutschland mit mindestens einem Jahr und maximal fünf Jahren Gefängnis geahndet.

Mehr zum Thema:

Staatsanwalt Maschinen