Zahl der ukrainischen Opfer durch Landminen verzehnfacht

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Genève,

    Im Laufe des russischen Angriffskrieg hat sich die Anzahl von Toten und Verletzten durch Landminen in der Ukraine verzehnfacht.

    landmine tote ukraine
    Ukrainische Behördenmitglieder bringen eine Landmine in Sicherheit. (Archivbild / Symbolbild) - keystone

    In der Ukraine sind durch den Angriffskrieg Russlands 2022 zehn Mal so viele Menschen wie im Jahr davor durch Landminen und explosive Überreste des Krieges umgekommen oder verletzt worden. Es gab dort 2022 gut 600 dokumentierte Fälle, wie die internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) am Dienstag in Genf berichtete.

    Weltweit fiel die Zahl der gemeldeten Opfer von 5544 auf 4710. Davon kamen 1700 ums Leben, die anderen wurden verletzt. Besonders in Afghanistan ging die Zahl zurück. Das liege aber vor allem wohl daran, dass dort kaum noch Daten erhoben werden, hiess es.

    Landminen sind teilweise rechtlich verboten

    Landminen werden gelegt, um das Vorrücken feindlicher Kräfte zu stoppen. Sie explodieren bei Berührung. Die kleinen Teile bleiben aber oft als scharfe Munition jahrzehntelang im Boden.

    85 Prozent der Opfer sind spielende Kinder und andere Zivilisten, die später an Strassen oder in Feldern aus Versehen darauf treten. Seit 1999 verbietet der Ottawa-Vertrag Landminen. 164 Länder gehören ihm an.

    Ukraine brach Vertrag – Russland nicht

    Russland habe seit der Invasion des Nachbarlandes im Februar 2022 in elf der 27 ukrainischen Regionen Landminen verlegt, heisst es in dem ICBL-Landminen-Bericht. Aber auch die Ukraine setzte die Waffe nach diesen Angaben mindestens einmal ein – in Isjum im Raum Charkiw, als das Gebiet unter russischer Kontrolle war.

    Es habe dort mindestens elf Opfer gegeben. Anders als Russland gehört die Ukraine zu den Vertragsstaaten und hat als einziges der 164 Länder gegen die Bestimmungen verstossen. Russland hat sich dem Vertrag nicht angeschlossen, auch die USA und China nicht.

    Nur in Syrien starben mehr Menschen durch Landminen

    Nur in Syrien wurden 2022 mehr Menschen als in der Ukraine durch Landminen getötet oder verletzt: insgesamt 834, heisst es in dem Bericht. 60 Länder seien noch mit Landminen verseucht.

    Die Kampagne (ICBL), ein Netzwerk aus mehr als 1000 Nichtregierungsorganisationen in rund 100 Ländern, verlangt mehr Minenräumungen. Die ICBL war treibende Kraft hinter dem Ottawa-Vertrag. Dafür bekam sie 1997 den Friedensnobelpreis.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    russisches militär ukraine krieg
    179 Interaktionen
    Mangelnde Ausrüstung
    landmine
    12 Interaktionen
    Landminen-Bericht

    MEHR IN NEWS

    Härkingen SO
    Härkingen SO
    juso
    14 Interaktionen
    Krawalle
    e-bike
    34 Interaktionen
    Zum Einkaufen

    MEHR AUS GENèVE

    9 Interaktionen
    Genf
    Die Fassade der Universität Genf.
    1 Interaktionen
    Genf/St. Imier
    el-sayed
    5 Interaktionen
    Genf
    Korallen Klimawandel
    9 Interaktionen
    WHO zur Klimakrise