Es gibt wieder mehr Studienberechtigte in Deutschland. Eigentlich müsste der demokratische Wandel das Gegenteil bewirken. Doch im Bundesland Niedersachsen zeigt sich ein regionaler Sondereffekt.
Die Zahl der Studienberechtigten in Deutschland steigt - vor allem weil Niedersachsen zu G9 zurückgekehrt ist. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa
Die Zahl der Studienberechtigten in Deutschland steigt - vor allem weil Niedersachsen zu G9 zurückgekehrt ist. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Studienberechtigten in Deutschland ist trotz der demografischen Entwicklung um 3,5 Prozent gestiegen.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 395.000 Schülerinnen und Schüler eine Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden .

«Hauptursache dieser Zunahme ist der starke Anstieg in Niedersachsen durch die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang an Gymnasien», hiess es. Zuvor habe das Auslaufen von G8 im Jahr 2020 zu deutlich geringeren Zahlen geführt. Dieser Effekt sei nun aufgehoben.

Ohne die besondere Entwicklung in Niedersachsen würde sich demnach deutschlandweit ein Rückgang von zwei Prozent ergeben. Dieser geht mit der demografischen Entwicklung einher: Laut den sank die Anzahl der 17- bis 19-Jährigen in Deutschland zum Jahresende im Vorjahresvergleich um drei Prozent.

Knapp 80 Prozent aller Studienberechtigten erwarb laut den Angaben die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Etwa 20 Prozent erlangte die Fachhochschulreife. Der Frauenanteil war 2021 leicht auf 54,1 Prozent angestiegen, ein Jahr zuvor lag der Wert bei 53,7 Prozent.