Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt im Februar um 30'000

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In Deutschland ging die Zahl der Arbeitslosen im Februar um 30'000 zurück. Der Rückgang ist zwar üblich für die Saison, aber eher kräftig.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar gegenüber dem Vormonat gesunken. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar gegenüber dem Vormonat gesunken. Foto: Bernd Wüstneck/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland ging im Februar die Zahl der Arbeitslosen um 30'000 zurück.
  • Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im Februar üblich.
  • Im Vergleich sei der diesjährige saisonale Rückgang im Februar eher kräftig gewesen.

Der Konjunkturmotor stottert, aber der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt weiter stabil. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Februar vor allem saisonbedingt um 30'000 – ein vergleichsweise starker Rückgang. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar im Vergleich zum Januar um 30'000 auf 2,396 Millionen zurückgegangen.

Das sind bei einer Quote von weiterhin 5,3 Prozent aber 23'000 mehr als noch vor einem Jahr. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit.

885'000 Menschen hätten im Februar Arbeitslosengeld erhalten. Mögliche Auswirkungen durch die Folgen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus sind in den Februarzahlen nicht berücksichtigt.

Saisonaler Rückgang fällt kräftig aus

Der saisonübliche Rückgang im Februar sei vergleichsweise kräftig ausgefallen. Die Bundesagentur führt dies auch auf den milden Winter zurück. Dennoch machte die stotternde Konjunktur dem Arbeitsmarkt zu schaffen.

«Am Arbeitsmarkt zeigen sich weiterhin Spuren der konjunkturellen Schwäche», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. Volkswirte hatten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft noch einmal nach unten korrigiert.

Kurzarbeit könnte ansteigen

Die Nürnberger Statistiker gehen von einem weiteren Anstieg bei der Kurzarbeit aus. Im Dezember betrug die Zahl der Kurzarbeiter rund 90'000, wie eine Hochrechnung ergab. Für März schätzt die Bundesagentur, dass die Zahl auf 124'000 ansteigen wird.

Damit liegt die Kurzarbeit derzeit leicht über dem Niveau der europäischen Staatsschuldenkrise in den Jahren 2012/2013. Sie befindet sich aber weiterhin deutlich unter den Zahlen aus der Finanzkrise 2008/2009. Damals nahmen in Deutschland mehr als 1,4 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld in Anspruch.

Kurzarbeit
Die Kurzarbeit liegt noch deutlich unter den Zahlen aus Finanzkrise 2008/2009. (Symbolbild) - dpa

Beschäftigte, deren Betriebe vom neuartigen Coronavirus betroffen sind, könnten ebenfalls Kurzarbeitergeld erhalten. «Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss», teilte die Bundesagentur mit.

Ein unabwendbares Ereignis liege auch dann vor, wenn etwa wegen staatlicher Schutzmassnahmen Betriebe geschlossen würden. Wichtig sei aber, dass die Betriebe die Kurzarbeit vorab bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigten. Erste Anfragen seien bereits eingegangen, teilte die Bundesagentur mit.

Zahlreiche Betriebe in Deutschland sind bei ihrer Produktion etwa auf Lieferungen von Materialien und Komponenten aus China angewiesen. Volkswirte befürchten erhebliche Einbussen, sollte sich die Situation rund um das Virus nicht vergleichsweise rasch entspannen.

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