Wladimir Putin

    Wladimir Putin tot? Experte zerpflückt «Prognose» von Wahrsagerin

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Russland,

    Eine Hellseherin soll für 2024 den Untergang von Wladimir Putin vorausgesagt haben. Ein Experte erklärt, weshalb man das nicht ernst nehmen sollte.

    Wladimir Putin
    Der Untergang von Wladimir Putin wurde schon mehrmals heraufbeschwört. Wobei die Realität dann solche Voraussagen in der Regel verstummen lässt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die 1996 verstorbene Baba Wanga soll für 2024 den Tod Putins vorausgesagt haben.
    • Dahinter steckt laut einem Experten genau nichts – die Seherin kannte Putin nicht einmal.
    • Nau.ch hat bei Zürcherinnen und Zürchern nachgefragt, wie sie zur Wahrsagerei stehen.

    Es ist eine düstere Prognose für Wladimir Putin: Noch in diesem Jahr könnte der Untergang des Kremlchefs bevorstehen. Darüber berichten mehrere Medien unter Berufung auf Wangelia Pandewa Guschterowa – auch bekannt als Wahrsagerin Baba Wanga.

    Stutzig macht aber insbesondere ein Detail: Wanga ist im Jahr 1996 verstorben – zu diesem Zeitpunkt war Wladimir Putin noch keine grosse Figur in Russlands Politik. Dass sich Wanga bereits mit dem aktuellen Kremlchef beschäftigt haben soll, scheint daher doch ziemlich fragwürdig.

    Was steckt also hinter solchen Prognosen. Sollte man die ernst nehmen oder gar daran glauben?

    Nein, sagt Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Für ihn ist klar: «Baba Wanga hat nicht Putins Tod angekündigt. Sie wusste nichts von Putin, der erst drei Jahre nach ihrem Tod Präsident wurde.»

    Wahrsagerei als Propaganda-Instrument – auch für Wladimir Putin

    Anderweitige Behauptungen seien «gezielt lancierte Erfindungen oder bestenfalls Deutungen». Solche angeblichen Prognosen können laut Harder sehr gut für propagandistische Zwecke eingesetzt werden.

    Die Erzählung von Putins Tod dient wahrscheinlich eher Putin-Gegnern. Der Experte betont aber, dass das auf beiden Seiten passiert. Auch der Kreml habe Baba Wanga bereits «benutzt».

    Glauben Sie an Wahrsagerei?

    Bei Wanga ist die Quellenlage schwierig. Harder sagt: «Wir wissen absolut nichts über Baba Wanga, ausser das, was ihre Nichte mal in einem Buch veröffentlicht hat.» Allerdings gehe auch die Glaubwürdigkeit dieser Quelle gegen null.

    Dazu kommt, dass die Originalaussagen von Wanga, sollten sie denn bekannt sein, kaum rationale Überlegungen sind. Harder spricht von «emotionalen Ausbrüchen auf der reinen Gefühlsebene». Wanga war demnach eine sogenannte Volksseherin, erklärt er. Das seien «ältere, verschlossene Menschen, die ihr Unbehagen an den Zeitläufen und den vielen Veränderungen in düsterem Geraune ausgedrückt haben».

    Es ist indes nicht das erste Mal, dass solche Vorhersagen bezüglich Russland oder Wladimir Putin kursieren. Ukrainische Medien berichteten schon 2022 darüber, dass Putin 2023 kapitulieren werde – unter Berufung auf eine Wahrsagerin. Eingetroffen ist das bekanntlich nicht.

    Zürcher glauben nicht an Wahrsagerei

    Eine Nau.ch-Umfrage in Zürich zeigt: Die meisten Leute glauben tatsächlich nicht an Wahrsagerei.

    Wobei einige ähnlich damit umgehen wie die von Experte Harder erwähnten Propagandisten. Sophia und Lilly glauben nämlich beispielsweise an das Horoskop. Aber nur, wenn das, was drinsteht, ihnen passt.

    «Ich glaube nicht daran», sagt derweil Gerri. Der Grund ist simpel: «Weil es nicht wissenschaftlich belegt ist.»

    00:00 / 00:00

    Umfrage in Zürich zu Horoskope & Wahrsager etc. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Ulrich sieht es nicht ganz so deutlich: «Ich glaube schon, dass die Sterne einen Einfluss auf die Menschen haben.» Von Wahrsagern und Blicken in die Zukunft hält aber auch er nicht viel.

    Simon glaubt ebenfalls nicht daran. Er hat aber schon einmal eine solche Erfahrung in Hongkong gemacht, erzählt er. Jemand habe seine «Hand gelesen», sagt er. Unter anderem sei ihm gesagt worden, dass er mindestens 98 Jahre alt werde.

    Die anderen Befragten können sich ebenfalls vorstellen, mal einen Wahrsager zu besuchen, allerdings nur als Spass. Zudem wäre es vom Preis abhängig. Lilly sagt: «Gratis jederzeit!»

    Kommentare

    User #4474 (nicht angemeldet)

    Bernd Harder als Experten zu bezeichnen ist obsolet. Mitglied der GWUP und alles andere als wissenschaftlich recherchiert.

    Weiterlesen

    Prophezeiung zu Wladimir Putin.
    203 Interaktionen
    Lag oft richtig
    Wladimir Putin
    17 Interaktionen
    «Viele Fronten»
    Wladimir Putin
    210 Interaktionen
    «Dritter Weltkrieg»

    MEHR IN NEWS

    Weinfelden TG
    Weinfelden TG
    Speicher AR
    Speicher AR
    Gänsbrunnen SO
    Gänsbrunnen SO
    Kanton St. Gallen
    Kanton St. Gallen

    MEHR WLADIMIR PUTIN

    Wladimir Putin
    882 Interaktionen
    Drohne in Leipzig
    Donald Trump Wladimir Putin
    179 Interaktionen
    Nach Ukraine-Angriff
    Wladimir Putin
    59 Interaktionen
    3 Jahre verschwunden
    Wladimir Putin
    78 Interaktionen
    Telegram-Panne

    MEHR AUS RUSSLAND

    nestlé zwangsverwaltung
    36 Interaktionen
    Putin
    46 Interaktionen
    Moskau
    83 Interaktionen
    Moskau/Vevey
    20 Interaktionen
    Moskau