Weltklimarat rechnet mit 280 Millionen Klimaflüchtlingen
Bei laufender Erderwärmung werden die Meeresspiegel steigen. Der Weltklimarat Intergovernmental Panel on Climate Change rechnet mit 280 Millionen Flüchtlingen.

Das Wichtigste in Kürze
- Weltklimarat Intergovernmental Panel on Climate Change hat einen Sonderbericht entworfen.
- Bis 2100 könnte der Meeresspiegel um einen Meter steigen, falls nichts unternommen werde.
- Die Folge: Bis zu 250 Millionen Flüchtlinge und vermehrt Schäden durch Überschwemmungen.
Der Weltklimarat Intergovernmental Panel on Climate Change erwartet deutlich mehr Schäden durch Wirbelstürme und Überschwemmungen. Das geht aus einem Entwurf eines Sonderberichts über die Ozeane und die weltweiten Eisvorkommen hervor. Der Entwurf lag der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vor.
In dem Intergovernmental Panel on Climate Change-Berichtsentwurf steht: Bis zum Jahr 2100 könne der Meeresspiegel um bis zu einen Meter steigen, wenn nichts gegen den CO2-Ausstoss unternommen werde. Die jährlichen Schäden durch Überschwemmungen würden im gleichen Zeitraum Schätzungen zufolge um bis zu ein Tausendfaches steigen.

Selbst bei optimistischen C02-Schätzungen werden niedrig liegende Millionenstädte und Inselstaaten bis zum Jahr 2050 jedes Jahr «extreme Meeresspiegel-Ereignisse» erleben. Dazu zählen zum Beispiel Wirbelstürme und Überschwemmungen.
Auch wenn die Reduzierung der Erderwärmung auf unter zwei Grad gelingt, gehen die Experten noch von 250 Millionen Klimaflüchtlingen aus. Dies könnte bereits im Jahr 2100 der Fall sein. Selbst falls die Zahl nur bei 50 oder 100 Millionen liege, sei das eine bedeutende Störung und viel menschliches Leid. Dies sagte der Geschäftsführer der US-Organisation Climate Central, Ben Strauss.
Schneeschmelze verursacht Meeresspiegel-Anstieg
Ursache für den Anstieg der Meeresspiegel ist die mit der Erderwärmung einhergehende Eisschmelze. Es wird damit gerechnet, dass mindestens 30 Prozent des dauerhaft gefrorenen Bodens bis 2100 verschwinden könnte. Die sogenannten Permafrost-Böden würden zerstört, wenn die derzeitige Klimaerwärmung anhalte. Dabei werden Milliarden Tonnen CO2 und Methan frei, was die Klimaerwärmung weiter verstärkt.

In dem Papier wird auch ein Rückgang der Gletscher um 80 Prozent vorausgesagt. Dies für die Regionen mit einer geringen Menge an Eisdecken wie Mitteleuropa oder Nordasien.
Beim derzeitigen CO2-Ausstoss vermuten Experten einen Temperaturanstieg von zwei bis drei Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 einigten sich verschiedene Staaten auf das gleiche Ziel, und zwar: Die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.
Intergovernmental Panel on Climate Change: Veröffentlichung des Sonderberichts
Der 900-seitige «Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima» soll bei der 51. Plenarsitzung des Intergovernmental Panel on Climate Change in Monaco im September von Vertretern der 195 IPCC-Mitgliedstaaten verabschiedet und am 25. September offiziell vorgelegt werden.
Für den 23. September hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres zu einem Klimagipfel in New York eingeladen.












