Wegen Datenmanipulation werden tausende Strafprozesse aufgerollt
In Grossbritannien besteht der Verdacht, dass ein gerichtsmedizinisches Labor in tausenden Fällen Datenmanipulation betrieben hat. Entsprechende Fälle müssen unter Umständen neu verhandelt werden.
Wegen des Verdachts von Manipulationen in einem gerichtsmedizinischen Labor müssen in Grossbritannien möglicherweise tausende Strafprozesse neu aufgerollt werden. Insgesamt seien in dem betroffenen Labor in Manchester mehr als 10'000 Fälle von möglichen Datenmanipulationen ausfindig gemacht worden, teilte der Rat der britischen Polizeipräsidenten (NPCC) am Dienstag mit.
Bei etwa drei Viertel der Fälle handele es sich um Verkehrsdelikte, etwa Unfälle unter Drogeneinfluss. Der Sender BBC berichtete, dass Ankläger bereits 50 Verfahren aufgrund der möglichen Manipulationen eingestellt haben. Bei zwei Verfahren um Todesfälle im Strassenverkehr sei ein Berufungsgericht eingeschaltet worden.
Kriminaltechnische Tests wiederholen
Die kriminaltechnischen Tests müssen der Polizei zufolge nun wiederholt werden. In dem Labor wurden Beweismittel untersucht, auch für schwere Straftaten wie Vergewaltigung oder Mord. Bei ersten Nachtests von Beweisen von schweren Straftaten seien bislang keine Abweichungen festgestellt worden, so der NPCC.
Ans Licht gekommen war der Fall bereits im Januar. Das Labor wurde untersucht und zwei Männer festgenommen. Nach Angaben der britischen Aufsichtsbehörde für Kriminaltechnik ist es der bisher grösste Fall dieser Art in Grossbritannien.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein britisches Labor steht unter Verdacht, in tausenden Fällen Datenmanipulation begangen zu haben.
- Das gerichtsmedizinische Labor hat Gutachten für Strafprozesse erstellt.
- Entsprechende Prozesse müssen eventuell erneut angeschaut werden.











