Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

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    Polen hat des Massenmords an den Juden von Jedwabne vor 85 Jahren gedacht.

    Polen
    Grzegorz Braun (M.) und Wlodzimierz Skalik (3.v.l.) nehmen am 10. Juli 2026 in Jedwabne an der Enthüllung einer Gedenktafel zum 85. Jahrestag des Pogroms an den jüdischen Einwohnern teil. - keystone

    Bei einem Gedenkgottesdienst in der ostpolnischen Kleinstadt sagte der Oberrabbiner des Landes, Michael Schudrich: «Wir sind hier, um zu beten. Wir sind hier, um zu trauern. Das Wichtigste ist, dass wir das gemeinsam tun.» Von staatlicher Seite nahmen die Oberhäupter der beiden Parlamentskammern, Wlodzimierz Czarzasty und Malgorzata Kidawa-Blonska, an dem Gedenken teil, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.

    In Jedwabne und Umgebung ermordeten etwa 40 polnische Täter am 10. Juli 1941 etwa 340 ihrer jüdischen Nachbarn. 300 Menschen wurden bei lebendigem Leib in einer Scheune verbrannt. Historischen Forschungen zufolge wurden die Täter aufgestachelt von der deutschen Besatzung, die den Ort kurz zuvor von sowjetischen Truppen erobert hatte. Die SS dehnte die Judenverfolgung auf die eroberten Gebiete aus und bediente sich dabei örtlicher Handlanger.

    Seit dem Jahr 2000 hat es in Polen aber auch eine Diskussion gegeben, inwieweit bei dem Massaker von Jedwabne polnischer Antisemitismus eine Rolle gespielt hat. 2001 bat der damalige polnische Präsident Aleksander Kwasniewski für das Geschehen um Vergebung. «Ich würde mich wieder für Jedwabne entschuldigen», sagte er jetzt der Zeitung «Rzeczpospolita».

    Kwasniewski (71) verband das mit einer Warnung vor dem Erstarken rechtsextremer Kräfte in Polen wie auch in Deutschland. «Es ist ein sehr trauriges Bild, das diese Polen abgeben, die Jedwabne oder den Holocaust leugnen», sagte er. Abseits der Gedenkfeier demonstrierten in Jedwabne polnische Rechtsextremisten, wie PAP meldete.

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