In den «Ampel»-Gesprächen ist ein generelles Tempolimit eigentlich vom Tisch. Dabei versprechen sich Verkehrsexperten von einer solchen Regelung deutlich positive Effekte - vor allem fürs Klima.
Ein Schild begrenzt das Tempo auf der Autobahn A61 bei Waldesch auf 130. Foto: Thomas Frey/dpa
Ein Schild begrenzt das Tempo auf der Autobahn A61 bei Waldesch auf 130. Foto: Thomas Frey/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verkehrsclub Deutschland hat SPD, Grüne und FDP aufgefordert, die Ablehnung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen noch einmal zu überdenken.

«Dass die FDP bereits das Tempolimit auf Autobahnen einkassiert hat und Deutschland damit das letztes Industrieland ohne Tempolimit auf Autobahnen bleibt, ist enttäuschend und auf Dauer nicht zukunftsfähig», sagte Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclubs (VCD), der Deutschen Presse-Agentur.

Ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen entspräche in etwa dem gleichen Klimaeffekt, wie mindestens eine Million Pkw weniger auf den Strassen. Dazu komme der Effekt für die Verkehrssicherheit mit weniger Verkehrstoten.

Im Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP heisst es, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen werde es nicht geben. Die drei Parteien befinden sich in Koalitionsverhandlungen. Nach dem aktuellen «DeutschlandTrend» im ARD-Morgenmagazin sind 60 Prozent der Befragten für ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Der Verkehrsclub forderte ausserdem, klimaschädliche Subventionen abzubauen, um Anreize für ein klimaschonendes Mobilitätsverhalten zu setzen. So müsse etwa das Dieselprivileg beendet werden - Diesel wird geringer besteuert als Benzin. Ausserdem will der VCD ein Aus für die Förderung von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen, die sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektroantrieb haben. Ausserdem soll aus Sicht des VCD bei der Kfz-Steuer eine «Bonus-Malus-Regelung» eingeführt werden. Dabei würden Fahrzeuge mit einem geringeren CO2-Ausstoss steuerlich bevorzugt, emissionsintensive Fahrzeuge dagegen belastet.

Müller-Görnert sagte ausserdem, um Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen, brauche es ein Bundesmobilitätsgesetz. Die Infrastrukturplanung müsse künftig alle Verkehrsmittel gleichberechtigt in den Blick nehmen. Nötig sei eine Ausbau- und Investitionsoffensive bei Fuss-, Rad- und öffentlichem Verkehr mit Bussen und Bahnen sowie Sharing-Angeboten.

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