Unwetter

    Unwetter: Deutsche Region löste Sirenen absichtlich nicht aus

    Simon Binz
    Simon Binz

    Deutschland,

    Vor der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands war nur ein Teil der Bevölkerung per Sirene gewarnt worden. Ein Kreis verzichtete sogar absichtlich darauf.

    Zerstörungen durch die Fluten in Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Zerstörungen durch die Fluten in Bad Neuenahr-Ahrweiler - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nur ein Teil der Bevölkerung war vor der Flutkatastrophe in Deutschland gewarnt worden.
    • Vielerorts sollen kaputte oder nicht existierende Sirenen daran Schuld haben.
    • Zumindest ein Kreis hat jedoch die Sirenen bewusst nicht ausgelöst.

    Bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands wurde nur ein Teil der Bevölkerung per Sirene gewarnt. Schuld für die ausbleibenden Warnungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sollen vielerorts auch kaputte oder nicht existierende Sirenen gewesen sein – doch das stimmt offenbar nicht für alle Regionen.

    Im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen wurden die Sirenen laut «T-Online» bewusst nicht ausgelöst. Wie das Online-Portal schreibt, gibt es nämlich in sieben von acht Städten des Kreises insgesamt 69 Sirenen und diese wurden in den vergangenen Jahren wieder installiert.

    Alarm Sirene Unwetter Deutschland
    Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach. Vor den extremen Überschwemmungen im Westen Deutschlands ist nur ein Teil der Bevölkerung mit Sirenengeheul gewarnt worden. - dpa

    Bevor die Flut kam, blieben diese Sirenen jedoch still. Offenbar befürchteten die Verantwortlichen eine Überlastung des Notrufs und Panik in der Bevölkerung – da es keine Berichterstattung über die zu befürchtenden Fluten gab.

    Birgit Bär, Leiterin der Pressestelle der zuständigen Kreisverwaltung und derzeit auch Leiterin der Krisenkommunikationszentrale erklärt: «Sirenenalarm kann man nur Hand in Hand mit der Medienberichterstattung auslösen.» Sie verweist auf die viel kritisierte, verspätete Berichterstattung des WDR in der Flutnacht und fügt an: «Sonst sorgt der Alarm für Panik.»

    Als weiteren Grund für den ausbleibenden Alarm räumt Bär gegenüber «T-Online» allerdings auch ein: «Niemand hat damit gerechnet, dass es solche Ausmasse annimmt.»

    Der Rheinisch-Bergische Kreis ist laut dem Bericht von den Fluten weniger schwer getroffen worden als der Rhein-Erft-Kreis, die Städteregion Aachen und der Kreis Euskirchen. Die Schäden waren dennoch gravierend. Zudem war ein 80-Jähriger zuhause in seinem Keller ertrunken.

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