Ungarn-Wahl läuft: Orban-Gegner spricht schon von Wahlbetrug

In Ungarn entscheidet sich heute das Schicksal des osteuropäischen Staates. Schon bevor die Ergebnisse stehen, wird es hitzig.

Ungarn-Wahl
Viktor Orban (r.) und sein Herausforderer Peter Magyar haben ihre Stimme schon abgegeben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Ungarn zeichnet sich eine Rekordbeteiligung bei den Wahlen ab.
  • Orban verspricht Respekt fürs Wahlergebnis, Magyar warnt vor Betrug
  • Sowohl die Fidesz- als auch die Tisza-Partei werfen sich Verstösse vor.

Die Wahl in Ungarn ist im Vorfeld mit grosser Spannung erwartet worden. Die Parlamentswahl am Sonntag könnte das Ende der 16-jährigen Herrschaft von Viktor Orban bedeuten.

Die Wahllokale öffneten um 6 Uhr morgens und schliessen um 19 Uhr. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen, besonders in Budapest war der Andrang enorm.

Bei der Parlamentswahl in Ungarn zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 37,98 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 25,8 Prozent betrug. Das regierungskritische Portal «hvg.hu» nennt dies bereits einen «absoluten Rekord».

Orban deutet Respekt für Wahlergebnis an

Bei seiner Stimmabgabe zeigte sich der amtierende Ministerpräsident zuversichtlich. «Ich bin hier, um zu gewinnen», erklärte Orban laut Medienberichten. Gleichzeitig deutete er an, eine mögliche Wahlniederlage anerkennen zu wollen: «Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden.»

Sein Herausforderer Peter Magyar von der Tisza-Partei äusserte sich weniger kompromissbereit. In einer Pressekonferenz im Wahllokal warnte er vor Wahlbetrug. Bereits 60 Meldungen seien eingegangen, behauptete er.

Beweise blieb er bislang jedoch schuldig.

Magyar forderte die Bürger auf, zur Wahl zu gehen und Unregelmässigkeiten zu melden. Er rechne mit einem Wahlsieg seiner Partei, sagte er. Das Wahlergebnis würde er nur anerkennen, wenn keine schweren Betrügereien stattgefunden hätten.

Beide Parteien werfen sich Verstösse vor

Auch Orban Partei Fidesz hat bereits Hunderte Anzeigen eingereicht. Diese betreffen mögliche Verstösse gegen die Wahlrechtsordnung. Unter anderem geht es um verbotene Kundgebungen vor Wahllokalen.

Wird sich Orban an der Macht halten können?

Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, Stimmen gekauft zu haben. Besonders innerhalb der Roma-Minderheit soll es zu solchen Versuchen gekommen sein. Konkrete Beweise wurden jedoch nicht vorgelegt, berichtet die «Kronen-Zeitung».

Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen während der Abstimmung. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.

Die Wahl gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90 und entscheidet über Ende oder Fortsetzung der Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orban.

Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg.

Kommentare

User #2036 (nicht angemeldet)

Die EU möchte das Orban verschwindet. Also hat er mit einem mächtigen Gegner zu kämpfen.

User #2337 (nicht angemeldet)

Welche einfach Logik dem Zugrunde liegt, erschliesst sich nur dem einfachen Geist. Sollen wir jetzt seine Kameradschaft mit Putin und Donald toll finden weil er Geld ausgibt das ihm die EU schenkt?

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