UN-Experten fordern Freilassung von im Iran inhaftierter Journalistin wegen Corona

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    Genève,

    Eine Gruppe von UN-Menschenrechtsexperten hat die Freilassung der im Iran inhaftierten Journalistin Narges Mohammadi wegen einer mutmasslichen Corona-Erkrankung gefordert.

    Narges Mohammadi
    Narges Mohammadi im Jahr 2007. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Menschenrechtsaktivistin trotz Symptomen weiter in Haft.

    «Die Behörden müssen jetzt reagieren, bevor es zu spät ist», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von 16 Experten des UN-Menschenrechtsrats am Mittwoch. Mohammadi, die bereits ein Lungenleiden hat, beantragte im Juni ihre Entlassung, um medizinisch untersucht werden zu können.

    Die Journalistin habe erstmals Ende Juni Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gezeigt, am 5. Juli habe sie sogar das Bewusstsein verloren, hiess es in der Erklärung der 16 UN-Experten. Sie glauben, dass sich Mohammadi im Gefängnis von Zanjan im Nordwesten des Landes angesteckt hat. Den Angaben nach wurde die 48-Jährige am 8. Juli auf das Virus getestet, das Ergebnis sei ihr bisher aber nicht mitgeteilt worden.

    Mit Blick auf die Pandemie gehe es bei Gefangenen mit Vorerkrankungen - wie Mohammadi - im Iran nun um Leben oder Tod. «Frau Mohammadi hätte ohnehin nie inhaftiert werden dürfen», schreiben die Experten. Teheran müsse Mohammadi nun «sofort freilassen».

    Die Journalistin und ehemalige Leiterin des inzwischen verbotenen Zentrums der Menschenrechtsverteidiger sitzt seit 2015 eine zehnjährige Haftstrafe wegen «Bildung und Leitung einer illegalen Gruppe» und anderen Vorwürfen ab.

    Im Iran wurden seit März mehr als 100.000 Gefangene vorübergehend entlassen oder erhielten Straferlass, um Infektionen in den Gefängnissen einzudämmen. Der Iran ist von der weltweiten Pandemie hart betroffen. Bisher wurden in der Islamischen Republik 280.000 Corona-Infektionen und fast 15.000 Todesfälle registriert.

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