Aids

    UN-Bericht: Kampf gegen Aids weltweit ins Stocken geraten

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    Frankreich,

    Ab Freitag findet in Montreal wieder die Welt-Aids-Konferenz mit Tausenden Experten statt. Eines ist schon sicher: Der Kampf gegen die Krankheit wurde von der Corona-Pandemie ausgebremst.

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    «An jedem Tag, an dem das Hilfsprogramm eingestellt wird, haben 220'000 Menschen mit Aids keinen Zugang zu ihrer Behandlung.» (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Kampf gegen Aids ist einem UN-Bericht zufolge weltweit ins Stocken geraten.

    In den vergangenen beiden Jahren hätten - auch angesichts der Corona-Pandemie und anderer Krisen - deutlich weniger Mittel als zuvor zur Bekämpfung von HIV und Aids zur Verfügung gestanden, hiess es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des UN-Programms für den Kampf gegen Aids (UNAIDS). In einigen Regionen, in denen die Zahl der Neuinfektionen zuvor gesunken war, stiegen sie nun wieder; Millionen von Leben seien bedroht.

    Weltweit hätten sich im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert. Damit sei die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zum Vorjahr zwar immer noch gesunken, allerdings nur noch um 3,6 Prozent - so wenig wie seit 2016 nicht mehr. Unter anderem in Osteuropa, Teilen Asiens, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Nordafrika sei die Zahl der Neuinfektionen gestiegen. Im Osten und Süden Afrikas sei der Fortschritt ins Stocken geraten. Einen Rückgang der Infektionen habe es beispielsweise in West- und Zentralafrika sowie in der Karibik gegeben.

    Mehr als 38 Millionen Menschen infiziert

    Relativ gesehen besonders hoch sei die Zahl der Neuinfektionen bei jungen Frauen und weiblichen Jugendlichen gewesen, hiess es in dem Bericht. Alle zwei Minuten habe es 2021 in dieser Gruppe eine Neuinfektion gegeben. Insgesamt lebten inzwischen weltweit mehr als 38 Millionen Menschen mit HIV. Rund 650.000 Menschen seien im vergangenen Jahr an den Folgen von Aids gestorben. «Diese Zahlen zeigen, dass der weltweite Kampf gegen Aids in Gefahr ist», sagte UNAIDS-Chefin Winnie Byanyima.

    Von Freitag an wollen Tausende Experten und Interessierte bei der 24. Welt-Aids-Konferenz im kanadischen Montreal über Wege und Strategien im Kampf gegen die Epidemie diskutieren. 2020 hatte die Konferenz wegen der Corona-Pandemie nur digital stattgefunden, diesmal soll es zum Treffen in Montreal auch digitale Angebote geben. Die 1985 erstmals durchgeführte Konferenz gilt als das weltweit grösste wissenschaftliche Treffen zum Thema Aids.

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