Umweltministerin Schulze fordert Zertifizierung für Fleisch aus Brasilien

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Angesichts der verheerenden Waldbrände in Brasilien hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vorgeschlagen, die Nachhaltigkeitsregeln des Freihandelsabkommens Mercosur zwischen der Europäischen Union und lateinamerikanischen Staaten um ein Zertifizierungssystem für Fleisch zu ergänzen.

    Verbrannte Erde nach einem Feuer im Regenwald in Brasilien
    Verbrannte Erde nach einem Feuer im Regenwald in Brasilien - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grüne wollen Importstopp für Fleisch und Soja aus Regenwald-Regionen.

    «Soja und Rindfleisch sollten nur dann importiert werden dürfen, wenn die Produktion nachweislich nicht dem Regenwald schadet», sagte Schulze dem «Spiegel». Die Grünen fordern einen Importstopp für Fleisch und Soja aus Regenwald-Regionen.

    Schulze sagte dem «Spiegel», es sei «schwer zu ertragen», dass die EU Sojakraftfutter und Rindfleisch aus Gegenden importiere, wo Regenwald gerodet oder verbrannt worden sei. Brasilien wird derzeit von den schwersten Waldbränden seit Jahren heimgesucht. Auch andere südamerikanische Staaten, auf deren Gebiet sich der Amazonas-Regenwald erstreckt, sind betroffen.

    Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der regelmässig den menschengemachten Klimawandel angezweifelt hat, hat seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn eine Reihe von Massnahmen veranlasst, die das Vordringen der in Brasilien sehr mächtigen Agrarwirtschaft in das wald- und artenreiche Amazonasgebiet erlauben.

    Verschiedene EU-Staaten haben sich daher bereits komplett gegen eine Ratifizierung des Mercosur-Vertrags ausgesprochen, um den Druck auf Bolsonaro zu erhöhen. Mitglieder des südamerikanischen Wirtschaftsblocks sind neben Brasilien auch Argentinien, Paraguay und Uruguay.

    Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben): «Anstatt Bolsonaro mit einem Freihandelsabkommen zu belohnen, muss die Bundesregierung sich in der EU für einen Importstopp für Produkte, die den Regenwald zerstören, einsetzen». In einem Beschlusspapier für die Klausurtagung der Fraktion kommende Woche fordern die Grünen laut RND klare Kriterien für waldzerstörende Agrarprodukte und wirkungsvolle Sanktionen. Die EU müsse «entwaldungsfreie Lieferketten» verbindlich durchsetzen.

    Das bedeute einen Importstopp für Produkte aus gerodeten Gebieten des Amazonas wie Soja und Rindfleisch sowie von Palmöl aus dem indonesischen Regenwald, heisst es weiter. Die EU führe rund ein Drittel jener global gehandelten Agrarrohstoffe ein, für die Wälder gerodet würden - und sei damit «ein grosser Treiber für die Waldvernichtung». In dem Papier bekräftigt die Fraktion ihre Forderung, das EU-Mercosur-Abkommen zu stoppen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    putin
    658 Interaktionen
    Aufatmen?
    Wasserversorgung Goldingen-Meilen
    155 Interaktionen
    Seit 100 Jahren

    MEHR IN NEWS

    Annalena Bürki.
    Aarburg-Oftringen
    Philip Kohli.
    1 Interaktionen
    Philip Kohli
    Dr. Sarah Schläppi
    «Sarah hat Recht»

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    lufthansa
    Wegen Kabinen-Geruch
    29 Interaktionen
    München
    3 Interaktionen
    Zwingen BL
    16 Interaktionen
    Flensburg