Akademiker sorgen sich in der Corona-Krise in erster Linie um ihre Karriere - gelernte und ungelernte Fachkräfte dagegen um ihr Einkommen und ihre finanzielle Sicherheit.
Arbeitnehmer im Büro
Arbeitnehmer im Büro - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder zweite Berufstätige denkt in Krise verstärkt an Jobwechsel.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Stellenbörse Indeed zu den beruflichen Sorgen von Berufstätigen und Jobsuchenden hervor. Demnach gaben rund 42 Prozent der befragten Hochschulabsolventen an, Angst vor einer «stagnierenden Karriere» zu haben.

Bei den Befragten mit anderen Abschlüssen dominierten mit einem Anteil von knapp 35 Prozent «hingegen eher Ängste vor finanziellen Einbussen», wie Indeed mitteilte. «Bei beiden Gruppen folgt die Sorge um die eigene psychische Gesundheit.» Das Portal hatte von Ende Oktober bis Mitte November 2020 insgesamt über 12.000 seiner Nutzer befragt.

Demnach berichtete gut die Hälfte der Berufstätigen auf dem Portal von einer gestiegenen Bereitschaft, den Job zu wechseln. Die «Arbeitgeberbindung» ging bei 29 Prozent der Fachkräfte zurück - bei Akademikern wurden sogar 35 Prozent unzufriedener. Indeed führte das auf das Verhalten der Arbeitgeber in der Corona-Krise zurück: Neben mangelnder Kommunikation waren demnach «auch fehlende Schutzmassnahmen die Ursache, etwa die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten».

«Die Pandemie ist ein richtiger Stresstest für die Beziehung zwischen Arbeitgebenden und -nehmenden», erklärte Tim Verhoeven, Personalexperte beim Onlineportal. «Die offensichtlich gesunkene Loyalität der hochqualifizierten Talente» biete anderen Unternehmen die Chance, sie vom bisherigen Arbeitgeber abzuwerben. Jedoch müssten «potentielle neue Arbeitgebende auch stichhaltige Argumente vorlegen, um sie von einem Wechsel zu überzeugen. Dazu zählt auch ein sichtbares und angemessenes Corona-Krisenmanagement», erklärte Verhoeven weiter.

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