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    Ukraine und NATO – Ex-General sieht keine Chance auf Beitritt

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Ukraine,

    Der frühere ukrainische Armeechef Saluschnyj hält einen NATO-Beitritt der Ukraine für ausgeschlossen – und nennt klare Gründe.

    Ukraine
    Walerij Saluschnyj, Ex-Armeechef der Ukraine, glaubt nicht an einen NATO-Beitritt. (Symbolbild) - keystone

    Walerij Saluschnyj, früherer Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, glaubt nicht an einen NATO-Beitritt seines Landes. Bei einem Botschaftertreffen in Kiew machte er seine Einschätzung unmissverständlich klar, wie der «ORF» berichtet.

    «Leider werden wir niemals wirklich beitreten», wird der heutige Botschafter in Grossbritannien von der ukrainischen Onlineplattform «Evropeiska Pravda» zitiert. Seine Skepsis stützt er auf rund zwölf Jahre persönliche Erfahrung mit dem Bündnis.

    Glaubst du, dass die Ukraine in den nächsten zehn Jahren der NATO beitreten wird?

    «Ich kenne die NATO sehr gut.» Jedes Jahr habe er Märchen über einen angeblich bevorstehenden NATO-Beitritt der Ukraine gehört.

    Fehlende Technologie als zentrales Hindernis

    Die Ukraine erfülle die militärischen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in keiner Weise, betonte Saluschnyj laut «ORF». Es sei aus seiner Sicht unmöglich, mit dem aktuellen Entwicklungsstand der ukrainischen Streitkräfte beizutreten.

    Das Land verfüge nicht über Schlüsseltechnologien, die in NATO-Staaten längst Standard seien, wie die «Berliner Zeitung» schreibt. Dazu zählten Raketenabwehrsysteme und Kapazitäten im Weltraumbereich.

    Gleichzeitig räumte Saluschnyj ein, dass die Ukraine genau diese Fähigkeiten dringend benötige. Sein Fazit: Die bestehende Lücke sei mit dem aktuellen Stand nicht zu schliessen.

    Neue Bündnisse statt NATO für die Ukraine

    Statt auf einen NATO-Beitritt zu setzen, sieht Saluschnyj laut der «Berliner Zeitung» die Zukunft des Landes in neuen Sicherheitsstrukturen. Die Ukraine werde sich an «Blöcke und Bündnisse binden, die sich erst noch bilden werden», so der General.

    Als möglichen Mechanismus nannte er auch die Joint Expeditionary Force (JEF), ein britisch geführter Verbund zehn europäischer Staaten. Er bedauere, dass die Ukraine einen Beitritt zu dieser Gruppe nicht aktiv anstrebe, berichtet die «Berliner Zeitung».

    Das Ziel einer NATO- und EU-Mitgliedschaft ist seit 2019 in der ukrainischen Verfassung verankert, wie die «Tagesschau» festhält. Russland lehnt eine solche Mitgliedschaft der Ukraine strikt ab.

    Hintergrund: Entlassung und Popularität

    Saluschnyj war 2024 nach anhaltenden Differenzen mit Präsident Selenskyj über die Kriegsführung als Oberbefehlshaber abgelöst worden, wie der «ORF» erinnert.

    Selenskyj nato ukraine
    Wolodymyr Selenskyj spricht während einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Nun macht Saluschnyj deutlich: Ein NATO-Beitritt der Ukraine sei unrealistisch. (Archivbild) - keystone

    Trotz seines Abgangs bleibt er in der ukrainischen Bevölkerung einflussreich.

    Meinungsumfragen sehen ihn beim Wählervertrauen auf ähnlichem Niveau wie Selenskyj selbst.

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    Kommentare

    User #3108 (nicht angemeldet)

    Saluschnyj sollte froh sein, dass er als Botschafter diplomatische Immunität geniesst. Bei seinem Namen kommen mir zwei Ereignisse in den Sinn, die noch nicht geklärt sind. Die Anti-Korruptionsbehörde hat einen davon auch noch nicht endgültig abgeschlossen.

    User #1605 (nicht angemeldet)

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