In Moskau findet ein Ukraine-Gipfel statt. Vertreter von Deutschland und Frankreich suchen seit acht Jahren mit der Ukraine und Russland eine Lösung.
Ein Separatistensoldat begleitet ukrainische Kriegsgefangene zum Kontrollpunkt. Foto: Alexei Alexandrov/AP/dpa
Ein Separatistensoldat begleitet ukrainische Kriegsgefangene zum Kontrollpunkt. Foto: Alexei Alexandrov/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In Moskau fand ein Krisentreffen zum Ukrainekonflikt statt.
  • Die neue deutsche Regierung sollte mit der Herausforderung vertraut gemacht werden.
  • Die Beteiligten bekräftigten den vereinbarten Friedensplan.

Mit Beteiligung aus Deutschland und Frankreich ist in Moskau ein Krisentreffen zum Ukraine-Konflikt abgehalten worden. Dabei sei es auch darum gegangen, die neue Bundesregierung mit der Problematik vertraut zu machen. Das teilte der zuständige Kremlbeamte Dmitri Kosak der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag mit.

Für den neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war dessen aussenpolitischer Berater Jens Plötner dabei. Der Diplomat war zuvor bereits seit Jahren auf Spitzenposten im Auswärtigen Amt mit dem Ukraine-Konflikt beschäftigt. Alle Seiten hätten ihr Festhalten an einem 2014 in Minsk (Belarus) vereinbarten Friedensplan bekräftigt, sagte Kosak.

Geplant seien weitere Kontakte auch unter ukrainischer Beteiligung. Als Vizechef der russischen Präsidialverwaltung bereitet Kosak auch die Gipfel im sogenannten Normandie-Format mit Kremlchef Wladimir Putin vor. Zuletzt gab es ein solches Treffen 2019 in Paris. Seither gab es mehrfach Spekulationen über eine Neuauflage, ohne dass dies konkret wurde.

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Ein Kontrollpunkt zwischen dem von der ukrainischen Regierung und dem von Rebellen kontrollierten Gebiet nahe von Donezk. (Archivbild vom Juni) - sda

Konflikt in der Ostukraine wütet seit acht Jahren

In der Vierer-Gruppe versuchen Frankreich, Deutschland, Russland und die Ukraine, den Konflikt in der Ostukraine zu lösen. Dieser dauert seit fast acht Jahren. Der in Minsk vereinbarte Friedensplan liegt auf Eis. Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig vor, gegen das Abkommen zu verstossen.

Mehr als 13'000 Menschen sind nach UN-Schätzungen im Donbass seit 2014 getötet worden. Dies bei Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten. Unter anderem die EU und die USA haben gegen Russland Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts verhängt.

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Russlands Präsident Wladimir Putin (l) und US-Präsident Joe Biden treffen sich zu einer Videokonferenz. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Am Donnerstag telefonierten zudem Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein US-Kollege Lloyd Austin. Die USA werfen Russland seit Wochen einen Truppenaufbau in Gebieten an der Grenze zur Ukraine vor. Befürchtet wird, dass russische Truppen in der Ex-Sowjetrepublik einmarschieren könnten. Moskau bestreitet solche Pläne.

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