Ukraine-Krieg: Häftlinge für Einsatz begnadigt – Kriminalität steigt

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    Russland,

    Putin begnadigt für den Ukraine-Krieg verurteilte Straftäter. Nach dem Einsatz an der Front kehren sie als freie Männer in ihre Heimat zurück. Das hat Folgen.

    ukraine krieg
    Viele Ex-Häftlinge kehren nun nach Russland zurück – und dort steigt folglich die Kriminalität. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die russische Armee rekrutiert Häftlinge für Einsätze an der Kriegsfront.
    • Nach sechs Monaten dürfen die verurteilten Straftäter als freie Männer zurückkehren.
    • Seither wird Russland von «einer Welle der Kriminalität» erfasst.

    In den letzten Monaten werden auf russischer Seite immer wieder Häftlinge für den Ukraine-Krieg rekrutiert. Präsident Wladimir Putin begnadigt verurteilte Straftäter für einen Einsatz an der Front.

    Gefangene werden mit einem lukrativen Angebot gelockt. Ihnen wird Straffreiheit und Begnadigung versprochen, wenn sie für Russland in den Krieg ziehen. Es gilt: Wer nach sechs Monaten noch lebt, darf als freier Mann in die Heimat zurückkehren.

    russische armee Ukraine Krieg
    Jewgeni Prigoschin ist Chef der berüchtigten Wagner Gruppe, welche die russische Armee im Ukraine-Krieg unterstützt. - Screenshot Telegram

    Die Häftlinge werden so insbesondere für die Söldnertruppe Wagner gewonnen. Deren Chef, Jewgeni Prigoschin, war zuletzt immer wieder in Gefängnissen unterwegs, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

    Laut Prigoschin seien mittlerweile bereits über 5000 ehemalige Straftäter nach ihrem Fronteinsatz nach Russland zurückgekehrt. Und das hat schwerwiegende Folgen.

    Verurteile Mörder werden rückfällig

    Der «Daily Mail» zufolge wird das Land derzeit von «einer Welle der Kriminalität» erfasst. Ehemalige Häftlinge werden nach ihrer Begnadigung offenbar rückfällig.

    Ende März wird in der russischen Stadt Novyj Burets eine 85-jährige Frau ermordet. Laut dem «Guardian» wird wenig später Iwan Rossomachin verhaftet und für die Tat verantwortlich gemacht.

    Brisant: Rossomachin soll 2020 für den Mord an seiner Frau zu 14 Jahren Haft verurteilt worden sein. Aus dem Gefängnis sei er dann aber für den Ukraine-Krieg rekrutiert und nach seinem Einsatz an der Front begnadigt worden.

    Ein Verwandter der ermordeten Frau sagt gegenüber dem «Guardian»: «Der Staat sowie Putin und Prigoschin persönlich sind für ihren Tod verantwortlich.»

    Verfolgen Sie die Geschehnisse im Ukraine-Krieg?

    Im Bericht wird ein weiterer, ähnlicher Vorfall genannt. So soll Georgij Siukayev, ein verurteilter Mörder, kürzlich einen Menschen namens Soslan Valiyev getötet haben. Kurz davor sei Siukayev, der im Ukraine-Krieg für die Wagner Gruppe kämpfte, begnadigt worden.

    Allgemein verzeichnet Russland eine erhöhte Anzahl an von Kriegsrückkehrern verübten Delikten. So gibt es zahlreiche Meldungen über Sexualverbrechen, Überfälle oder Vergewaltigungen. Dafür verantwortlich seien auch reguläre Soldaten, die von der Front zurückkehren, heisst es.

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