Ukraine Krieg

    Ukraine Krieg: Drohnen aus dem Iran bedrohen Ukraine

    Keystone-SDA
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    Die Ukraine sucht nach einer Antwort auf Russlands neue Taktik gehäufter Luftangriffe mit Kampfdrohnen iranischer Bauart.

    Rettungskräfte sind nach einem russischen Drohnenangriff im Stadtzentrum von Kiew im Einsatz. Foto: -/Ukrinform/dpa
    Rettungskräfte sind nach einem russischen Drohnenangriff im Stadtzentrum von Kiew im Einsatz. Foto: -/Ukrinform/dpa - sda - Keystone/Ukrinform/-

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russland hat am Montag gleich mehrmals Luftwaffenangriffe durchgeführt.
    • Nun fordert Ukraine-Präsident die westlichen Staaten für bessere Waffen zur Flugabwehr.

    Präsident Wolodymyr Selenskyj bat die Staatengemeinschaft um mehr und bessere Waffen zur Flugabwehr. «Wenn wir über Luftabwehr reden, dann reden wir über reale Menschenleben», sagte er in seiner Videoansprache am Montagabend. «Das ist nicht nur im Interesse der Ukraine. Je geringer die terroristischen Möglichkeiten Russlands sind, desto schneller endet dieser Krieg.»

    Zwar bestreitet die Führung in Teheran, Russland mit Einwegdrohnen beliefert zu haben. Doch auch Bundesaussenministerin Annalena Baerbock zog diese Darstellung in Zweifel. «Die Kamikaze-Drohnen, die da abgeschossen worden sind und die ja auch in Kiew eingeschlagen sind, da ist doch sehr, sehr deutlich, woher sie kommen», sagte die Grünen-Politikerin dem ZDF-«heute journal».

    Luftangriffe bis in die Nacht hinein

    In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ging erst nach Mitternacht der vierte Luftalarm des Montags zu Ende. Um die Millionenstadt war nach Behördenangaben die Luftabwehr im Einsatz, um anfliegende Drohnen abzufangen.

    Ein Abschuss einer solchen Drohne wurde aus dem Ort Browary am östlichen Stadtrand gemeldet. Bei Drohnenangriffen auf Kiew am Morgen waren vier Menschen getötet worden, darunter ein junges Paar mit einer schwangeren Frau. «(Russlands Präsident) Wladimir Putin kann sich eine weitere Leistung zuschreiben, er hat noch eine Schwangere getötet», sagte Selenskyj.

    Ukraine Krieg
    Am Montag griffen die Russen gleich mehrmals Kiew per Luft an. - Keystone

    Abends gab es Luftalarm auch über den südlichen Gebieten Mykolajiw und Odessa. In Odessa waren demnach Explosionen zu hören. Im zentralukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk wurde nach Behördenangaben am Tag ein Objekt der Energieversorgung getroffen.

    Kiewer Vorwürfe gegen Iran

    Die Ukraine habe seit Sonntagabend 37 Drohnen und mehrere Marschflugkörper abgefangen, sagte Selenskyj. Beobachtet wurden über Kiew die zur einmaligen Verwendung bestimmten Kampfdrohnen vom Typ Shahed 136 aus dem Iran. Seit der vergangenen Woche habe es mehr als 100 Angriffe mit solchen Drohnen gegeben, teilte der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba mit. «Wir rufen Teheran auf, sofort jede Waffenlieferung an Russland einzustellen», hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. «Sonst werden der Iran und seine Führung streng zur Verantwortung gezogen werden.» Er rief die Europäische Union zu Sanktionen gegen den Iran auf.

    Baerbock für neue Sanktionen gegen Teheran

    Aussenministerin Baerbock sprach sich für weitere Sanktionen gegen den Iran aus, falls die Lieferung der Drohnen durch die Islamische Republik an Moskau nachgewiesen werde. Sie habe am Montag bereits im Europäischen Rat angekündigt, «dass aus meiner Sicht auch mit Blick auf diese Drohnenlieferung aus Iran nach Russland eben ein weiteres Sanktionspaket gegenüber dem iranischen Regime folgen muss», sagte sie im ZDF-«heute journal». Baerbock sagte auch, dass für ein weiteres Sanktionspaket Klarheit über die Herkunft der Drohnen herrschen müsse. «Es muss alles natürlich rechtlich sauber sein.»

    Ukraine und Russland tauschen mehr als 200 Gefangene aus

    In dem fast sieben Monate dauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine tauschten die beiden Seiten am Montag ein weiteres Mal viele Gefangene aus. 108 gefangene ukrainische Soldatinnen und Zivilistinnen kehrten in ihre Heimat zurück, wie das Präsidialamt der Ukraine in Kiew mitteilte.

    Gefangenenaustausch
    Gefangenenaustausch in der Region Donezk. - keystone

    «Die Ukraine lässt niemanden in Stich», schrieb Stabschef Andrij Jermak. Auf russischer Seite bestätigte das Verteidigungsministerium die Heimkehr von 110 Gefangenen. Dazu zählten 72 russische Seeleute von zivilen Schiffen, die seit Beginn des Krieges im Februar in der Ukraine festgehalten worden seien.

    Das wird am Dienstag wichtig

    Der frühere ukrainische Aussenminister Pawlo Klimkin sieht mit den iranischen Drohnen im russischen Arsenal auch für Israel den «Moment der Wahrheit» gekommen, die Ukraine militärisch zu unterstützen. Das schrieb Klimkin auf Twitter. Israel gilt als das Land, das am besten gegen iranische Waffensysteme gerüstet ist. Aus Rücksicht auf Moskau hat sich die Regierung in Jerusalem bislang mit Hilfe für die Ukraine zurückgehalten. Die Diskussion darüber dürfte aber zunehmen.

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