Ukraine Krieg

    Ukraine Krieg: «Bester Scharfschütze der Welt» ist noch am Leben

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Ukraine,

    Der kanadische Sniper «Wali» kämpft freiwillig im Ukraine-Krieg. Von Russen als tot gemeldet, zeigt sich der «beste Scharfschütze der Welt» nun «ohne Kratzer».

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    Der kanadische Scharfschütze «Wali» kämpft im Ukraine-Krieg. - Facebook

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der totgeglaubte Scharfschütze «Wali» zeigt sich im Interview mit der «Bild» wohlauf.
    • Als Freiwilliger hilft der kanadische Scharfschütze den Ukrainern im Krieg gegen Russland.
    • Dazu verliess er in Kanada seine Familie und seinen Job.

    Im Internet gilt er als «bester Sniper der Welt», sein Kriegstagebuch wurde zum viralen Hit. Der kanadische Scharfschütze mit Tarnnamen «Wali» zog vor gut einem Monat als Freiwilliger in den Ukraine-Krieg.

    Am 15. März wurde von russischer Seite dann sein Tod in Mariupol erklärt: «Der kanadische Scharfschütze Wali, der als tödlichster Scharfschütze der Welt bezeichnet wird, ist tot», hiess es online.

    Jetzt stellt sich aber heraus: «Wali» ist noch immer am Leben. «Keinen Kratzer» habe er, verrät der 40-Jährige nun, zwei Wochen danach, im Interview mit der «Bild».

    «Wali» zieht trotz Familie in den Ukraine-Krieg

    «Es ist extrem hart, ich war im Einsatz in der Region rund um Kiew.» Bei den «extrem gewalttätigen» Strassenkämpfen sei er «jeden Tag am Tod vorbeigeschrammt», erzählt der Sniper.

    Als Scharfschütze des kanadischen «Royal 22e Régiment» kämpfte «Wali» bereits im Afghanistan-Krieg. Später half er als Freiwilliger im Irak, wo der gefürchtete Schütze einen ISIS-Terroristen aus 3,4 Kilometern tötete. Jetzt zog es ihn in den Ukraine-Krieg, wozu er in Québec seinen Job als Computer-Programmierer aufgab.

    Denn: Dass er nach Osteuropa in den Kampf ziehen muss, stand für «Wali» ausser Frage. Daran konnte den Vater eines kleinen Jungen auch nicht seine Familie in Kanada hindern. Diese mache sich «riesige Sorgen, aber ich glaube, sie verstehen es. Es ist meine Pflicht!»

    Russen hätten «insgesamt grosse Angst»

    Im Ukraine-Krieg erlebt der Familienvater «einen Sturm an Feuerkraft: Explosionen, Granaten, Gewehrfeuer! Dazu Panzer, Militärfahrzeuge, Helikopter.» Drei Viertel des Jobs bestünde darin, «am Leben zu bleiben».

    Macht Ihnen der Ukraine-Krieg Angst?

    Die russischen Streitkräfte würden jeden eroberten Bezirk auslöschen wollen, geschossen werde «willkürlich» und «auf alles», so der Scharfschütze. «Rohe, unpräzise Feuerkraft» sei die Taktik der Angreifer.

    Dies funktioniere oft auch, jedoch hätten die Russen «insgesamt grosse Angst». Es sei fast «eine psychologische Kriegsführung: Wer im Moment als stärker erscheint, rückt vor! Das geht vor und zurück.»

    «Ich riskiere mein Leben»

    Seine Aufgabe in der Ukraine sieht der freiwillige Kämpfer als «noch nicht abgeschlossen». Denn die Russen müssten weiter zurückgedrängt werden, «die ukrainische Armee braucht Hilfe».

    Dazu zeigt sich der «beste Scharfschütze der Welt» bereit. Der Gefahr, aber auch seiner Hilfe für die ukrainischen Menschen, ist sich «Wali» dabei bewusst: «Ich riskiere mein Leben, aber es ist es wert.»

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