Die Ukraine hat Sanktionen gegen den weltweit grössten Titanhersteller aus Russland verhängt. Nach einem am Donnerstag in der Hauptstadt Kiew veröffentlichten Erlass von Präsident Wolodymyr Selenskyj gelten unbefristet Einschränkungen gegen das Unternehmen WSMPO-AWISMA mit Hauptsitz im Ural. Ebenso unbefristet sind demnach der Direktor Sergej Tschermesow und dessen Stellvertreter Michail Schelkow mit Sanktionen belegt worden.
Wolodymyr Selenskyj
20.05.2021: Ukraine, Kiew: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während einer Pressekonferenz in der Antonow Flugzeugfabrik. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Begründet wurden die Sanktionen wegen Lieferungen an russische Rüstungshersteller und Aktivitäten auf der von Russland seit 2014 einverleibten Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Juristen halten die von Selenskyj in diesem Jahr regelmässig gegen Ukrainer und ukrainische Firmen verhängten Massnahmen für willkürlich und rechtswidrig.

Weitere Strafmassnahmen betreffen den ukrainischen Oligarchen Dmitri Firtasch und seinen Konzern, der unter anderem im Titangeschäft aktiv ist. Zu den Einschränkungen gehören die Blockade des Eigentums, von Kapital und auch der Entzug von Förderlizenzen. Firtasch kann seit 2014 wegen eines gegen ihn laufenden Auslieferungsverfahrens der USA Österreich nicht verlassen.

Zu den grössten Geschäftskunden von WSMPO-AWISMA gehört Firmenangaben zufolge der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing. Auch dessen europäischer Konkurrent Airbus bezieht Titanlegierungen aus Russland.

Russland reagierte prompt. Die Sanktionen seien ein weiterer Schritt hin zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Leonid Sluzki, nach Angaben der Agentur Interfax. «Russland wird natürlich darauf reagieren.» Die Ukraine sieht sich seit 2014 in einem Krieg mit dem grossen Nachbarland Russland.

Mehr zum Thema:

Airbus Boeing Krieg