Tschechien hat dagegen protestiert, dass der Kreml das Land auf eine sogenannte Liste unfreundlicher ausländischer Staaten gesetzt hat.
Tschechisches Parlament entscheidet über Misstrauenantrag
Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, nimmt an einer Parlamentssitzung teil. - dpa

Das Aussenministerium in Prag bestellte am Montag den russischen Botschafter ein und übergab ihm eine Protestnote. Das teilte eine Sprecherin mit. Die Liste, auf der sich ansonsten nur die USA befinden, verstosse gegen internationales Recht, hiess es. Das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verbiete Diskriminierung zwischen Staaten.

Tschechien forderte die Führung in Moskau zudem zu Gesprächen über die «volle Erstattung der Schäden» durch Explosionen in einem Munitionslager vor fast sieben Jahren auf.

Die Regierung in Prag macht russische Geheimdienstagenten für den Vorfall im tschechischen Vrbetice verantwortlich, bei dem zwei Arbeiter ums Leben kamen und hoher Sachschaden entstand. Moskau weist bisher alle Vorwürfe entschieden zurück. Auf dem Höhepunkt des Streits im April und Mai wiesen beide Seiten gegenseitig Diplomaten aus.

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