Trotz Riesen-Bränden: Weltweit brennt es deutlich weniger als üblich
Die Schlagzeilen über die Waldbrände in Europa lassen vermuten, dass es 2026 überdurchschnittlich viel brannte. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Das Wichtigste in Kürze
- Die weltweit verbrannte Landfläche war 2026 bisher kleiner als im Durchschnitt.
- Dies, obwohl es in den letzten Monaten in Europa heftige Waldbrände gab.
- Waldbrände machen jedoch nur einen kleinen Teil der weltweiten Brände aus.
Noch vor kurzem schien es, als würde halb Europa brennen. Vor allem in Frankreich und Spanien mussten hunderttausende Menschen ihre Häuser verlassen und vor den verheerenden Waldbränden fliehen.
Dieses Jahr nehmen die weltweiten Brände also ein grosses Ausmass an – könnte man meinen. Die Datenlage zeigt jedoch ein anderes Bild. Im Jahr 2026 ist weltweit bisher eine deutlich kleinere Fläche Land abgebrannt als im Durchschnitt zu dieser Zeit im Jahr.
Die Daten des Global Wildfire Information Systems (GWIS), die auf Satellitenbildern basieren, sprechen eine deutliche Sprache: Verglichen mit den letzten zehn Jahren ist 2026 weltweit bisher die geringste Fläche Land abgebrannt.
In diesem Jahr sind bis zur Kalenderwoche 33 Mitte August weltweit 135 Millionen Hektaren Land abgebrannt. Zum Vergleich: Zur selben Zeit im Jahr 2020 waren es beinahe doppelt so viel, nämlich 256 Millionen Hektaren.
Fläche von abgebranntem Land nimmt ab
Allgemein lässt sich in den vergangenen Jahren ein klarer Rückgang bei der weltweit abgebrannten Fläche feststellen. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2015–2025 sind 2026 bisher über 40 Prozent weniger Landfläche abgebrannt.
Noch deutlicher ist die Lage in Europa: Vergleicht man hier die Daten seit 2015, ist 2026 nur rund halb so viel Land abgebrannt wie im Durchschnitt.
Waldbrände sind trotzdem ausserordentlich
Während die total abgebrannte Landfläche in den vergangenen Jahren stetig abnahm, ist das aktuelle Jahr bezüglich Waldbrände eine deutliche Ausnahme.
Dass die beiden Werte nicht miteinander einhergehen, hat einen einfachen Grund: Waldbrände machen nur einen sehr kleinen Teil der Brände insgesamt aus.
Zum Vergleich: 2025 sind insgesamt 333 Millionen Hektaren Land abgebrannt. Nur 24,6 Millionen davon waren Waldbrände. Den grössten Anteil machten mit insgesamt 285 Millionen Hektaren Wiesen-, Busch- und Savannenflächen aus.
Daten für Europa zeigen ein klares Bild
Der Erdbeobachtungsdienst «Copernicus» stellt aktuelle und verlässliche Informationen zu Waldbränden anhand von Satellitenaufnahmen in Europa zur Verfügung. Im European Forest Fire Information System (EFFIS) aktualisiert Copernicus die Informationen wöchentlich.
Bei der grafischen Darstellung der Informationen stechen die vergangenen Monate deutlich heraus.

Den Höhepunkt stellt dabei die Woche vom 22. Juli dar. In dieser Woche betrug die abgebrannte Fläche in EU-Ländern rund 186'000 Hektaren. Was rund sieben Mal so viel ist, wie der Durchschnitt in dieser Woche in den Jahren 2006-2025.
Doppelte Fläche abgebrannt
Bis zur Woche vom 19. August beträgt die insgesamt abgebrannte Fläche 2026 in den EU-Ländern rund 622’000 Hektaren. Das ist mehr als doppelt so viel wie zu dieser Zeit im Jahr üblich. Der Durchschnitt von 2006-2025 liegt dabei nämlich bei rund 280’000 Hektaren.
Bei den anderen europäischen Ländern, die nicht der EU angehören, ist die Situation in den vergangenen Monaten ähnlich. Auch hier ist die total abgebrannte Fläche rund doppelt so hoch wie im Durchschnitt.

















