Toter Wal an Land – jetzt wird «Timmy» obduziert

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Dänemark,

Vier Versuche, fast zwei Wochen Wartezeit und Explosionsgefahr: Der tote Buckelwal «Timmy» ist endlich an Land. Jetzt suchen Forscher nach der Todesursache.

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Buckelwal «Timmy» konnte endlich aus dem Meer gezogen werden – nun beginnt die Obduktion. - Youtube/@News5

Das Wichtigste in Kürze

  • Buckelwal «Timmy» konnte endlich an Land gezogen werden.
  • Der Wal trieb zwei Wochen vor Anholt im Meer, nun folgt die Obduktion.
  • Forscher prüfen Mageninhalt, Organe und mögliche Todesursache des toten Tieres.

Beim vierten Anlauf hat es endlich geklappt.

Der gestrandete Buckelwal «Timmy» wurde am Samstagmorgen gegen 9 Uhr endgültig an den Strand gezogen.

Seit knapp zwei Wochen trieb der Kadaver vor der dänischen Insel Anholt im Meer. Die Bergung erwies sich als schwierig: Mit Stahlseilen zogen Experten und Aufseher den toten Wal mühsam aus dem Wasser.

Die Schlaufen hatten sie bereits am Freitagabend am Tier befestigt. Ein Unimog am Strand zog den Kadaver Stück für Stück an Land.

Doch die Aktion barg ein besonderes Risiko: Hohe Explosionsgefahr!

Nun soll «Timmy» obduziert werden. Die Untersuchung soll die Todesursache klären. Geleitet wird sie laut «Bild» vom Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der seit 25 Jahren Wal-Obduktionen in Dänemark begleitet.

«Tier wird stark stinken»

Und die Untersuchung ist nichts für schwache Nerven erklärt der Forscher dem «Spiegel». Der Experte warnt: «Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken. Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist.»

Neben dem Gestank drohen weitere Gefahren. Krankheitserreger und Bakterien im verwesenden Körper können die Gesundheit der Beteiligten gefährden. Deshalb soll die Zahl der Helfer möglichst klein bleiben. Schutzkleidung, Handschuhe und Masken sind Pflicht.

Was hältst du davon, dass nun die Todesursache von Wal «Timmy» untersucht wird?

Besonders heikel ist das Innere des Kadavers. Durch die Verwesung haben sich grosse Mengen Gas gebildet.

«Die Gefahr einer Explosion besteht, dabei fliegen dann kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die können dich töten», sagt Madsen.

«Wie Bombe entschärfen»

Bevor die eigentliche Untersuchung beginnen kann, muss das Gas deshalb kontrolliert abgelassen werden. «Timmy zu entgasen, ist wie eine Bombe zu entschärfen.» Dafür kommt ein langes Messer zum Einsatz.

Trotz des fortgeschrittenen Verwesungszustands hoffen die Forscher auf wichtige Erkenntnisse. Untersucht werden unter anderem Mageninhalt, Lunge, Organe und Maul. So soll geklärt werden, ob sich Plastik oder Fischernetze im Körper befanden, ob der Wal bereits krank war.

Und woran «Timmy» letztlich starb.

Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Wer Mitleid hat mir einem Wal ist bestimmt nicht hart gesotten genug sich gegen alle Antiskeptiker zu stellen.

User #503 (nicht angemeldet)

Schon wieder ein Walforscher...

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