Tichanowskaja kritisiert Festnahmen bei Demonstrationen in Minsk

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    Weissrussland,

    Am Sonntag wurden bei einer Demonstration gegen Amtsinhaber Lukaschenko mehr als tausend Menschen festgenommen. Die Kritik am Vorgehen der Polizei wird grösser.

    Minsk
    Ein Demonstrant wird in Minsk festgenommen. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Menschen in Belarus demonstrieren seit August gegen Amtsinhaber Lukaschenko.
    • Tausende werden dabei gewaltvoll festgenommen.
    • Die Opposition und die EU kritisiert das Vorgehen der Polizei scharf.

    Die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja hat Massenfestnahmen bei den Protesten gegen Staatschef Alexander Lukaschenko angeprangert.

    Bei einer Demonstration in Minsk am Sonntag seien mehr als tausend Menschen festgenommen worden. Dies sagte sie am Montag in ihrem litauischen Exil. Auch die Bundesregierung verurteilte das Vorgehen der belarussischen Behörden gegen die Demonstranten «aufs Schärfste».

    Physische Gewalt gegen die Demonstranten

    Tichanowskaja beklagte auch physische Gewalt gegen die Demonstranten: Hunderte Menschen seien in Minsk von Sicherheitskräften getreten oder mit Knüppeln geschlagen worden. «Belarussen demonstrieren gegen Gewalt, und diejenigen, die ihnen die Beine brechen, (...) verdienen es nicht, als Belarussen bezeichnet zu werden», sagte die 38-Jährige.

    Laut der Menschenrechtsorganisation Wjasna nahm die Polizei bei der Demonstration in Minsk am Sonntag 1048 Menschen fest. Demnach handelte es sich um die höchste Zahl an festgenommenen Demonstranten an nur einem Tag in Belarus seit August. Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl am 9. August des autoritär regierenden Amtsinhabers Lukaschenko gibt es in Belarus Massenproteste.

    Belarus
    Belarussische Polizisten halten einen Demonstranten während einer Kundgebung gegen die Regierung und Präsident Lukaschenko in Minsk, Belarus, fest. - epa

    Die EU hat die Wahl in Belarus als weder frei noch fair bezeichnet. Ausserdem hat sie wegen des Vorgehens der Behörden gegen friedliche Demonstranten neue Sanktionen gegen die Führung in Minsk verhängt. Die belarussische Protestbewegung fordert Lukaschenkos Rücktritt und die Freilassung aller politischen Gefangenen.

    Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: Die Bundesregierung sei «tief» beeindruckt vom «Mut und der Entschlossenheit» der Menschen in Belarus. Dass am Sonntag laut Medienberichten mehr als tausend Menschen «festgenommen oder verschleppt» worden seien, verurteile die Bundesregierung «auf das Schärfste». Die Behörden in Minsk müssten ihre «rechtswidrigen Handlungen» sofort einstellen. Nötig sei ein «offener Dialog» hin zu «freien und fairen Neuwahlen».

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