Regierung

    Tausende demonstrieren gegen Regierung der Slowakei

    In der Slowakei gingen erneut Tausende auf die Strassen. Sie protestieren gegen die geplante Auflösung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders.

    Slowakei
    In der Slowakei gibt es immer wieder Proteste gegen die Regierung von Robert Fico. - keystone

    Tausende Menschen haben am Donnerstagabend in Bratislava gegen die vom Linkspopulisten Robert Fico geführte Regierung demonstriert. Aufgerufen dazu hatte die liberale Oppositionspartei «Progressive Slowakei» (PS), die anderen Oppositionsparteien beteiligten sich diesmal im Unterschied zu früheren Kundgebungen nicht. Der Protest richtete sich vor allem gegen die von der Regierung geplante Auflösung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt RTVS, aber auch gegen Eingriffe in das Pensionssystem.

    PS-Parteichef Michal Simecka sagte dem RTVS-Fernsehen: «Die Gründe für den Protest sind, dass die Regierung das öffentlich-rechtliche Fernsehen und Radio unter ihre Kontrolle bringen will und dass sie daraus ein willfähriges Sprachrohr der Koalition machen will. Das betrachten wir als inakzeptable Bedrohung der Demokratie in der Slowakei.»

    Regierung will TV-Chef absetzen

    Die Dreiparteienkoalition aus zwei sozialdemokratischen und einer kleinen rechtspopulistisch-prorussischen Partei hatte am 24. April beschlossen, RTVS aufzulösen und durch eine neue Anstalt namens STVR zu ersetzen. Die Koalitionsparteien werfen der RTVS-Führung vor, «nicht objektiv» zu berichten und der liberalen Opposition zu nahe zu stehen. Nach bestehenden Gesetzen kann die Regierung aber den noch unter einer früheren Regierung eingesetzten RTVS-Generaldirektor Lubos Machaj nicht vor Ablauf seiner Funktionsperiode 2027 absetzen. Indem sie den Sender einfach auflöst, umgeht sie dieses Hindernis.

    Die liberale Opposition lehnt aber auch Regierungspläne ab, das staatliche Rentensystem gegenüber privaten Rentenkassen zu stärken. Eine liberal-konservative frühere Regierung hatte verfügt, dass ein Teil der Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern in Privatkassen statt nur ins staatliche System fliessen muss. Die nun wieder regierenden Sozialdemokraten wollen diesen Anteil verringern. Zugleich sollen die Rentenfonds verpflichtet werden, mehr in die slowakische Wirtschaft statt in internationale Aktienmärkte zu investieren.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    slowakei
    7 Interaktionen
    30'000 Menschen

    MEHR IN NEWS

    Dyslexie
    6 Interaktionen
    Zulassung
    boy george
    Jerusalem

    MEHR REGIERUNG

    7 Interaktionen
    Rotstift bei Bildung
    tusk
    20 Interaktionen
    Warschau
    Remo Oser
    Baselbiet
    4 Interaktionen
    Basel

    MEHR AUS SLOWAKISCHE REPUBLIK

    Juraj Blanar Aussenminister Slowakei
    4 Interaktionen
    Für Moskau-Besuch
    wahlen
    2 Interaktionen
    Bratislava
    Slowakei Schulangriff
    Staskov