Strom fliesst wieder in Reutlingen - Ermittler rätseln weiter

Keystone-SDA
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Deutschland,

Nach dem folgenreichen Feuer in einem Umspannwerk in der süddeutschen Stadt Reutlingen werden alle Haushalte wieder mit Strom versorgt.

Reutlingen
Autos fahren durch Innenstadt von Reutlingen. - AFP

Das teilte Jens Balcerek von der FairNetz GmbH mit. «Wir haben aktuell circa 50 Kunden, die noch nicht versorgt werden im Gewerbegebiet. Privathaushalte sind bis auf Einzelfälle alle versorgt seit gestern Abend 22.02 Uhr.»

Bei der Suche nach den Tätern und dem möglichen Motiv tun sich die Ermittler hingegen schwer. «Wir ermitteln ergebnisoffen weiter», sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Stuttgart. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. «Wir haben kein Bekennerschreiben.» Der am Umspannwerk gesicherte, mögliche Brandbeschleuniger und weitere Asservate würden nun analysiert.

Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. «Eine Bekennung zur Tat wurde hier bislang nicht bekannt», sagte auch ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung lässt sich nach Worten des Ministerpräsidenten des Bundeslandes Baden-Württemberg Cem Özdemir, nur bis zu einem gewissen Mass schützen. «Die Vorstellung, dass wir alle Umspannwerke quasi von der Öffentlichkeit abschirmen, die ist kaum durchsetzbar», sagte Özdemir in Stuttgart.

Trotzdem prüfe man, was man besser machen könne. «Es geht darum, unsere Resilienz zu stärken, um möglichst wenig angreifbar zu sein», sagte Özdemir. Es sei aber zu früh, zu sagen, was man aus dem Fall in Reutlingen lernen könne.

Die bisherigen Ermittlungen hätten Hinweise auf einen eingesetzten Brandbeschleuniger ergeben. Die kriminaltechnischen Analysen und Laboruntersuchungen dauern an. Das Ermittlungsverfahren wird derzeit gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe geführt.

Reutlingen hat knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fusse der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen.

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch eine Klinik war betroffen.

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Kommentare

User #2131 (nicht angemeldet)

In der Schweiz hat es zwei wichtige Umspannwerke in freier Natur, wenn da mal einer sowas bringt, hat 90% der Schweiz keinen Strom mehr! Kein Witz!

User #3464 (nicht angemeldet)

Die ersten Anschläge der „Vulkangruppe“ datieren in 2011. Irgendwie scheint der Ermittlungs-Druck der Polizei ungenügend zu sein.

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