Der Andrang wird immer grösser: Die Tafeln in Deutschland versorgen inzwischen auch tausende Geflüchtete aus der Ukraine mit Lebensmitteln.
Geflüchtete aus der Ukraine bekommen an einer Ausgabestelle der Hamburger Tafel Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs.
Geflüchtete aus der Ukraine bekommen an einer Ausgabestelle der Hamburger Tafel Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs. - Daniel Reinhardt/dpa

Die fast 1000 Tafeln in Deutschland berichten angesichts Zehntausender ukrainischer Geflüchteter von einem grossen Andrang. «Das sind Herausforderungen, die wir so noch nie hatten», sagte der Vorsitzende von Tafel Deutschland, Jochen Brühl.

Verantwortliche sprachen von grosser Hilfs- und Spendenbereitschaft, aber auch von zunehmender Belastung durch Preissteigerungen.

Allein die Nürnberger Tafel verzeichnete im März gut 2200 Neukunden aus der Ukraine. «Wir kaufen auch viel Essen und Trinken. Die Tafel hilft uns», sagte die aus Kiew in die Stadt geflüchtete Oksana Novak. Teils wird laut Tafel Deutschland Nachschub knapp. Tafeln sind auf nicht verkaufte Lebensmittel aus dem Handel angewiesen. «Leergehamsterte Supermärkte bedeuten auch, dass weniger übrigbleibt», sagte Brühl.

Lebensmittel müssen von den Tafeln abgeholt und gekühlt werden - hier schlagen die hohen Sprit- und Energiepreise zu Buche. Gleichzeitig kämen viele armutsbetroffene Menschen durch diese Kosten und die hohen Lebensmittelpreise ans Limit und suchten erstmals eine Tafel auf, sagte Brühl. Tafel-Verantwortliche betonten, Stammkunden würden trotz der Neuankömmlinge nicht vergessen.

Bislang werde man durch den Staat nur projektbezogen unterstützt, sagte Brühl. Die Lebensmittelrettung aber koste Geld. «Wir fordern eine verlässliche finanzielle Förderung unserer Arbeit», sagte er.

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