Streiktag in Frankreich: Hunderttausende gegen Sparpläne

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Frankreich,

Hunderttausende haben in Frankreich gegen drohende Sparmassnahmen protestiert. Besonders am Vormittag hatte es in verschiedenen Landesteilen Blockaden gegeben.

France Protests
Behörden hatten zuvor mit etwa 700'000 bis 800'000 Teilnehmern gerechnet. - keystone

Hunderttausende Menschen haben in Frankreich gegen mögliche Sparmassnahmen in dem hoch verschuldeten Land protestiert. Gut 500'000 Menschen beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums vom frühen Abend landesweit an Demonstrationen. Die Gewerkschaft CGT sprach von mehr als einer Million Demonstranten.

Behörden hatten zuvor mit etwa 700'000 bis 800'000 Teilnehmern gerechnet. Etliche Menschen in Frankreich liessen aus Protest die Arbeit ruhen. Zahlreiche Apotheken blieben wegen des Streiks geschlossen, Lehrkräfte fehlten in den Schulen und bei Bussen und Bahnen gab es Ausfälle und Verzögerungen.

Besonders am Vormittag hatte es in verschiedenen Landesteilen Blockaden gegeben – etwa an Busdepots, Verkehrsachsen und weiterführenden Schulen.

Eindringlinge im Wirtschaftsministerium

Kurzzeitig waren Dutzende Demonstranten in den Hof des Wirtschaftsministeriums eingedrungen. Mehr als 180 Menschen wurden landesweit festgenommen, circa 30 davon in Paris.

Der Streik richtet sich gegen Sparmassnahmen, die auf die Menschen in Frankreich zukommen könnten. Das Land hat gemessen an der Wirtschaftsleistung mit 114 Prozent die dritthöchste Schuldenquote in der EU nach Griechenland und Italien.

EU eröffnet Defizitverfahren gegen Frankreich

In absoluten Zahlen lastet auf Frankreich mit rund 3300 Milliarden Euro der höchste Schuldenberg in der Eurozone.

Auch die Staatsausgaben gehören zu den höchsten in Europa. Das Haushaltsdefizit lag zuletzt bei 5,8 Prozent. Die EU hat bereits im Juli 2024 ein Defizitverfahren gegen Frankreich eröffnet.

Ein breites Gewerkschaftsbündnis hatte zu dem Arbeitsausstand aufgerufen. Sparpläne der mittlerweile zurückgetretenen Regierung erachten die Gewerkschaften als brutal.

Vorschlag zur Streichung von Feiertagen sorgt für Empörung

Sie kritisierten, dass vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter, Rentner, Kranke und Menschen in prekären Verhältnissen unter den Kürzungen zu leiden hätten.

Besonders stark in der Kritik stand der Vorschlag, zwei Feiertage zu streichen. Frankreichs neuer Premier Sébastien Lecornu kündigte an, diesen Plan nicht umzusetzen.

Lecornu berät derzeit über einen neuen Aufschlag für einen Sparhaushalt. Noch ist sehr wenig darüber bekannt, wo der neue Regierungschef sparen will. Mit dem Protest wollen die Demonstranten auch Druck auf ihn ausüben.

Kommentare

User #1966 (nicht angemeldet)

Frankreich wird das zweite Griechenland.

User #2414 (nicht angemeldet)

Eigentlich lastet auf D der grösste Schuldenberg. Nur die Bilanzfälschung übertüncht das Desaster. Beispiel: Die Rentenansprüche des gigantesken Beamtenapparats fehlen in der Rechnung...

Weiterlesen

Flug
Verkehr

MEHR IN NEWS

Self-Checkout
38 Interaktionen
Self-Checkout
pflichtlager
Neuhausen a.R. SH
Handschellen
1 Interaktionen
Aarau AG
Handschellen
Schaffhausen

MEHR AUS FRANKREICH

Stroll Formel 1 GT3
5 Interaktionen
So wie Verstappen
Calais Migranten
3 Interaktionen
Gravelines
paris
2 Interaktionen
Paris
le pen
12 Interaktionen
«Weg mit EU-Flaggen»