Streik am Fenice-Theater in Venedig beeinträchtigt Saisoneröffnung
Am venezianischen Opernhaus La Fenice kommt es bei den beiden Auftaktveranstaltungen der neuen Spielzeit zu Streiks. Die Beschäftigten wollen am kommenden Freitag (13. November) zur Eröffnung der Opernsaison die Arbeit niederlegen.

Eine entsprechende Entscheidung traf die Belegschaft bei einer Versammlung nach ergebnislosen Gesprächen mit der Theaterleitung. Auch das Eröffnungskonzert der Sinfoniesaison am 28. November soll von einem Streik begleitet werden.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Arbeitsorganisation und die Anerkennung der beruflichen Qualifikationen der Beschäftigten. Nach Ansicht der Belegschaft werden ihre Kompetenzen und Leistungen innerhalb des Hauses nicht ausreichend gewürdigt. Die Gespräche mit der Leitung der Opernstiftung hätten keine zufriedenstellenden Ergebnisse gebracht.
Der nationale Tarifvertrag für die Beschäftigten der italienischen Opernhäuser ist seit Jahren nicht erneuert worden. Auch die betrieblichen Vereinbarungen der Fenice gelten teilweise als veraltet. Die Beschäftigten bemängeln, dass ihre Gehälter und beruflichen Leistungen nicht angemessen berücksichtigt würden.
Zudem werfen die Gewerkschaften dem Intendanten Nicola Colabianchi vor, Entscheidungen ohne ausreichende Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung zu treffen.
Zuletzt hatte eine Gastspielreise nach Shanghai den Konflikt verschärft. Die Arbeitnehmervertretung bezeichnete die Organisation der Reise als katastrophal. Sie bemängelte unter anderem eine unzureichende Probenplanung, technische Probleme sowie eine aus ihrer Sicht unangemessene finanzielle Vergütung für den Einsatz.
Colabianchi hatte sich dagegen bei den Beschäftigten für den erfolgreichen Verlauf des Gastspiels bedankt und ihre künstlerischen und technischen Leistungen gewürdigt.
Bereits 2025 hatte die Ernennung der Dirigentin Beatrice Venezi zur Musikdirektorin für erheblichen Unmut gesorgt. Die Beschäftigten kritisierten, dass die Entscheidung ohne ausreichende Einbindung des Orchesters getroffen worden sei. Der Konflikt führte zu Protesten und einem Streik. Die Zusammenarbeit mit Venezi wurde später beendet.
Inzwischen hat sich der Streit von einzelnen Personalentscheidungen zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die Führung des Opernhauses, die Arbeitsbedingungen und die Mitsprache der Beschäftigten entwickelt.














