Erst im Juli sollen Touristen wieder nach Spanien reisen könne. Viele protestieren jedoch gegen die strengen Corona-Regeln.
Coronavirus - Spanien
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez will sein Land anhand einer Vier-Phasen-Plans aus dem Coronavirus Lockdown führen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Spanien will erst im Juli Touristen wieder einreisen lassen.
  • Damit wurde die Hoffnung auf eine frühere Öffnung der Grenzen zunichtegemacht.
  • Am Samstag protestierten Tausende gegen die strengen Corona-Regeln.

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden.»

Dies sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. «Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden. Und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen», erklärte der sozialistische Politiker.

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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. - Keystone

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Menschen protestieren gegen Beschränkungen

Zuletzt war der Druck von Unternehmern und der konservativen Opposition grösser geworden. Sie werfen Sánchez vor, die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone mit den Corona-Massnahmen in den Ruin zu treiben. Tausende folgten am Samstag zudem dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox, gegen die strengen Regelungen zu protestieren. Bei Kundgebungen in Madrid, Barcelona und anderen Städten forderten sie auch Sánchez' Rücktritt.

Sanchez wies die Vorwürfe am Samstag mit den Worten zurück, es gebe «keinen Konflikt zwischen Gesundheit und Geschäft». «Der spanische Tourismus wird von nun an zwei Gütesiegel haben: Ökologische Nachhaltigkeit und sanitäre Sicherheit», sagte er.

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Trotz heftigen Widerstands der Opposition und zunehmender Proteste verärgerter Bürger hat in Spanien das Parlament den Corona-Lockdown zum fünften Mal verlängert. - sda - KEYSTONE/AP/Manu Fernandez

Zuvor hatten bereits Angehörige der Regierung die Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung gedämpft. Verkehrsminister José Luis Ábalos erklärte: «Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen.»

«Viva España»

Viele Demonstranten kamen am Samstag in Autokorsos zusammen. Es gab laute Hupkonzerte und viele riefen immer wieder «Viva España». Überall wurden spanische Fahnen geschwenkt und Slogans wie «Freiheit, Freiheit, Freiheit» und «Rücktritt Sánchez» skandiert.

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Kunden sitzen auf der Terrasse einer Bar auf Formentera. - dpa

In Madrid waren Hunderte Autos und Motorräder unterwegs. An der Spitze fuhr Vox-Chef Santiago Abascal im offenen Bus. Dazu kamen sehr viele Demonstranten zu Fuss. Sie hielten die Abstandsregeln nicht ein und füllten im Zentrum mehrere Hauptader nach Medienschätzungen über eine Distanz von zwei Kilometern.

Spanien hat zwar mit einer schrittweisen vorsichtigen Lockerung des Lockdowns begonnen. Das Parlament hat aber jüngst auf Antrag der Regierung den seit Mitte März geltenden Notstand bis zum 6. Juni verlängert.

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