Wegen einer mangelhaften Geldwäsche-Bekämpfung muss die deutsche Smartphone-Bank N26 eine Millionenstrafe an die Finanzaufsicht Bafin zahlen.
Valentin Stalf
Der Gründer der N26 Bank, der Wiener Valentin Stalf. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Smartphone-Bank N26 muss wegen einer mangelhaften Geldwäsche-Bekämpfung Strafe zahlen.
  • Das Bussgeld von 4,6 Millionen sei fristgerecht bezahlt worden.
  • Es wurden Massnahmen zur Verbesserung von Meldungen verdächtiger Aktivitäten umgesetzt.

Die deutsche Smartphone-Bank N26 muss wegen einer mangelhaften Geldwäsche-Bekämpfung eine Millionenstrafe an die Finanzaufsicht Bafin zahlen. Dem auch in der Schweiz tätigen Berliner Start-up war vorgeworfen worden, nicht entschieden genug Verdachtsfällen nachgegangen zu sein.

Man habe in den Jahren 2019 und 2020 «weniger als 50 Geldwäscheverdachtsmeldungen» verspätet bei der Bafin eingereicht. Das Bussgeld in Höhe von umgerechnet 4,6 Millionen sei im Juni fristgerecht bezahlt worden, teilte die Bank am Dienstagabend mit.

Mit dem Abschluss des Bussgeldverfahrens räumt N26 einen grossen möglichen Stolperstein für eine nächste Finanzierungsrunde aus dem Weg. Neben der Geldstrafe hatte die Bafin nach Medienberichten auch erwogen, gegen N26 Beschränkungen des Neugeschäfts zu verhängen. Diese weitreichenden Sanktionen sind nun aber vom Tisch. Nach Informationen aus Finanzkreisen will das Unternehmen mehrere Hundert Millionen Dollar für eine weitere Expansion einsammeln.

Massnahmen wurden umgesetzt

Alle von der Bafin geforderten Massnahmen zur Verbesserung von rechtzeitigen Meldungen verdächtiger Aktivitäten habe N26 bereits «vollumfänglich umgesetzt». Dies teilte das Unternehmen mit. N26 nehme seine Verantwortung im Kampf gegen die weltweit zunehmende Finanzkriminalität und bei der Prävention von Geldwäsche sehr ernst.

«Insbesondere in den vergangenen Monaten haben wir zahlreiche weitreichende Massnahmen ergriffen sowie Strukturen und Prozesse etabliert. Diese entsprechen den höchsten Standards und setzen gleichzeitig neue Standards in der Branche.» Damit sei N26 auch zukünftig gut gegen kriminelle Aktivitäten aufgestellt.

Banking-App für Mobiltelefone

N26 gehört zu den sogenannten Smartphone-Banken, deren Kernangebot eine Banking-App für das Mobiltelefon ist. Diese Geldhäuser werden auch als «Neobanken» bezeichnet. N26 hat bislang sieben Millionen Kunden gewinnen können.

Zu den Investoren, die an N26 beteiligt sind, gehören unter anderem der deutsche Versicherungskonzern Allianz und der Staatsfonds GIC. Weiter sind der chinesische Internet-Riese Tencent, Earlybird und der deutsch-amerikanische Investor Peter Thiel beteiligt. Eine neue Finanzierungsrunde könnte nach Expertenschätzungen die Bewertung des Start-ups auf knapp zehn Milliarden Euro ansteigen lassen.

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