Sexualisierte Gewalt: Schon Jugendliche werden zu Tätern

    Gelöschtes Konto
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    Deutschland,

    Psychiater Oliver Dierssen beobachtet bei Teenies eine wachsende Zahl sexueller Übergriffe. Nun nimmt er die Väter in die Pflicht.

    Ein Experte beobachtet, dass Pornografie bereits im Kinderzimmer Einzug hält. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen nehmen laut einem Psychiater zu.
    • Die Eltern sollten mehr Zeit in die Betreuung ihres Nachwuchses.
    • Soziale Medien und Pornografie prägen Teenager stark.

    Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen nehmen zu.

    Das beobachtet Kinder- und Jugendpsychiater Oliver Dierssen in seiner Praxis in der Nähe von Bielefeld DE. Die Täter sind dabei meist Jungen, die Opfer häufig Mädchen, wie er in einem Interview mit dem «Spiegel» sagt.

    Die Problematik ist vielschichtig: So prägt Pornografie teilweise bereits das Kinderzimmer und beeinflusst das Verhalten von Jugendlichen.

    Driessen erklärt gegenüber dem «Spiegel»: «Viele Jugendliche wissen nicht, wie ein angemessenes Verhalten und damit auch eine angemessene Sexualität in ihrem Alter aussehen könnte.»

    Digitale Gewalt breitet sich aus

    Neben körperlichen Übergriffen nehme auch digitale Gewalt zu. Jugendliche würden heimlich Gleichaltrige fotografieren oder filmen.

    Diese Aufnahmen würden dann in Gruppenchats geteilt und bewertet. Das Unrechtsbewusstsein dafür fehle oft.

    Driessen sagt zum «Spiegel»: «Dass etwas Gewalt sein kann, auch wenn es zu keiner physischen Handlung kommt, ist noch nicht überall angekommen.»

    Eltern stehen unter Druck

    Zwar wollen viele Eltern nur das Beste für Ihre Kinder. Dennoch fehlt ihnen oft das Bewusstsein für mögliche Probleme.

    Arbeits- und Lebensbedingungen lassen wenig Zeit für intensive Betreuung von Teenagern. Gleichzeitig erreichen über Social Media problematische Inhalte die Kinderzimmer.

    Investieren die meisten Eltern genug Zeit in die Erziehung?

    «Keine Mutter und kein Vater würde einer wildfremden Person erlauben, sich fünf Stunden zum eigenen Kind zu setzen. Und ihm die Welt zu erklären», erklärt Dierssen. Doch genau das passiere über soziale Medien.

    Väter sollen Vorbild sein

    Soziale Medien vermitteln laut dem Psychiater oft problematische Botschaften an junge Männer.

    Die Nachricht lautet häufig: Dominanz macht einen richtigen Mann aus. Väter müssen dem Experten zufolge gegensteuern und andere Werte vermitteln.

    Driessen fordert von Vätern mehr Engagement in der Erziehung. Sie sollen Wertschätzung für Frauen im Alltag vorleben. Wichtig sei auch, dass Väter nicht nur Müttern die emotionale Erziehung überlassen.

    «An diesem Punkt würde ich mir von vielen Vätern mehr Engagement und Mut wünschen», sagt der Psychiater. Väter sollen zeigen, dass Beziehungen auf gegenseitiger Achtung besser funktionieren.

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    Kommentare

    User #1658 (nicht angemeldet)

    Handy für die Jugend sperren! Dürfen damit nur Mama und Papa anrufen. Kein WhatsApp/toktok/instergrem und co ! Das würde wieder ratzfatz gehen das dass Thema aus der Gesellschaft verschwindet! Jetzt zählt man auf die Politik

    User #1495 (nicht angemeldet)

    Dass man Eltern aufforrdern muss, ihren Kindern Werte zu vermitteln, die den Kindern einen korrekten Umgang mit anderen Kindern zeigen soll, das alleine zeigt doch schon wie schlecht es um viele Eltern steht. Aber wahrscheinlich wissen es die Eltern gar nicht besser als ihre Kinder. Respekt und Anstand an Kinder weiter zu vermitteln sollte eigentlich eine Grundvoraussetzung sein, um gute Eltern zu sein.

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