Selenskyj beklagt Wartezeit bei Waffenlieferungen

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    Finnland,

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt vor dem finnischen Parlament eine Videoansprache. Dabei beklagte er die Wartezeit bei Waffenlieferungen.

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    Der ukrainische Präsident Selenskyj - Ukrainian presidential press-service/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Freitag hielt Wolodymyr Selenskyj eine Ansprache vor dem finnischen Parlament.
    • Er bedauerte, dass die Ukraine immer noch um Waffen bitten müsse.
    • Ausserdem beklagte er sich über die lange Wartezeit bei den Waffenlieferungen.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Warten auf grosse Rüstungsgüter aus dem Westen beklagt. Sein Land müsse immer noch um Ausrüstung bitten. Als Antwort höre es aber stets, dass es auf Kampfjets, Raketenabwehr- und Schiffsabwehrwaffen warten müsse. Das sagte Selenskyj am Freitag bei einer Videoansprache vor dem finnischen Parlament in Helsinki.

    «Sie sagen uns, dass wir warten müssen. In der Situation, in der wir wegen der russischen Angriffe täglich Hunderte von Menschen verlieren. In der Dutzende unserer Städte zerstört worden sind.» Finnland sei dagegen schnell dabei gewesen, seinem Land Verteidigungsausrüstung bereitzustellen.

    Hilfe bei Kampf um Freiheit benötigt

    Wenn Länder für ihre Freiheit kämpften, bräuchten sie Hilfe, betonte Selenskyj. Kleinere Länder verstünden dies besser als grössere. Man müsse grosse Staaten von der Notwendigkeit von Sanktionen überzeugen, die von Russland nicht umgangen werden könnten. «Wir müssen alle wirtschaftlichen Beziehungen zu diesem Land abbrechen.»

    Ukraine Krieg
    Ukraine Butscha: 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kiew, bietet sich nach dem Rückzug der russischen Armee im Ukraine-Krieg ein Bild des Grauens. - dpa

    Das Blutvergiessen, das man in Butscha gesehen habe, gehe auch in anderen ukrainischen Städten wie Mariupol vor sich, sagte Selenskyj. Sollte das russische Militär die Anweisung erhalten, auch in Finnland einzumarschieren, dann würde es dies tun. Er erinnerte dabei daran, mit welchem Mut Finnland im Winterkrieg 1939 der Sowjetunion getrotzt habe.

    «In Ihrer Geschichte haben Sie eine Invasion Russlands in Ihrem Land erlebt, und diese Bedrohung ist noch immer da.» Der Krieg in der Ukraine sei nicht nur für die Zukunft seines Landes entscheidend. Sondern für all diejenigen, die eine gemeinsame Grenze mit Russland haben.

    Deutscher Bundespräsident bei Ansprache dabei

    Auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hörte während eines eintägigen Finnland-Besuches bei Selenskyjs Ansprache zu. Auf einer Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö hatte er zuvor gesagt: «Wir beide haben grossen Respekt vor dem tapferen Kampf der Ukraine, angeführt von einem mutigen Präsidenten.»

    steinmeier
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. - dpa

    Selenskyj hatte in den vergangenen Wochen bereits Videoansprachen vor den Parlamenten in Schweden, Dänemark und Norwegen gehalten. In Finnland hat der russische Angriffskrieg auf Selenskyjs Land zu einer umfassenden Debatte über einen möglichen Beitritt zur Nato geführt. Finnland, das die längste Grenze aller EU-Länder zu Russland hat, ist kein Nato-Mitglied, aber enger Partner des Bündnisses.

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