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    Schweizer bei Krawallen in Paris festgenommen

    Gewalt-Tourismus: Bei den heftigen Krawallen in Paris sind laut einem Polizisten auch Schweizer festgenommen worden. Das EDA kann den Fall nicht bestätigen.

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    Bei den Krawallen in Paris wurden auch Schweizer festgenommen, sagt ein Polizist. Mehrere Geschäfte wurden geplündert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Polizist erklärt gegenüber französischen Medien, es seien auch Schweizer wegen der Krawalle in Paris festgenommen worden.
    • Über die Personen und ihre Verbindung zu den Schülerprotesten ist noch nichts bekannt.
    • Die Proteste halten seit Tagen an. Es kam mehrfach zu Gewalt und Plünderungen.
    • Das EDA kann die Festnahmen nicht bestätigen.

    Bei den heftigen Ausschreitungen in Paris sind laut einem französischen Polizisten auch Schweizer festgenommen worden.

    Gegenüber dem Sender «BFM» berichtete er von zwei Nächten mit massiver Gewalt, Plünderungen und erschöpften Einsatzkräften. Das Ausmass der Krawalle habe selbst die Proteste der Gelbwesten deutlich übertroffen.

    «Das waren keine Schüler! Wir haben dort sogar Schweizer und Schweden festgenommen», sagte er in der Sendung «Apolline Matin».

    Polizei kam kaum gegen Plünderungen an

    Der Polizist vermutet, dass einige der beteiligten Gruppen aus dem Ausland organisiert wurden. Die Polizei sei trotz stundenlanger Einsätze kaum gegen die zahlreichen Plünderungen angekommen.

    Bereits kurz nach Beginn der Schülerproteste gab es Berichte, wonach die Demonstrationen von aussenstehenden Personen unterwandert werden. Einige Krawallmacher haben offenbar nichts mit dem französischen Schulsystem zu tun, sondern nehmen der Gewalt willen teil.

    Über die Personen und ihre Verbindung zu den Schülerprotesten ist noch nichts bekannt. Die Schweizer Behörden können die Festnahmen nicht bestätigen.

    EDA weiss nichts von festgenommenen Schweizer

    Das Aussendepartement EDA schreibt auf Nau.ch-Anfrage: «Dem EDA liegen aktuell keine Informationen über Schweizer Staatsangehörige vor, die im Zusammenhang mit den jüngsten Ausschreitungen in Frankreich festgenommen wurden.»

    Ebenfalls lägen keine Informationen über verletzte oder anderweitig betroffene Schweizer Staatsangehörige vor.

    Macron will Plünderer zur Kasse bitten

    Präsident Emmanuel Macron hat sich nach den Krawallen vom Samstag an die Franzosen gewandt. Wie verschiedene französische Medien berichten, sprach er von «Wut und Scham». Er warf den Randalierern vor, die Republik zu Fall bringen zu wollen.

    Laut «Europe 1» sagte er, wer zerstört habe, müsse zahlen, wer geplündert habe, müsse zurückzahlen. Die Präfekten sollen bei Bedarf Versammlungen verbieten können.

    Beunruhigt dich die Gewalt in Frankreich?

    Vor dem Protesttag hatte es im Internet einen Aufruf zu einer Neuauflage der sogenannten Gelbwestenbewegung gegeben.

    Die Schülerproteste der vergangenen Wochen hatten zu Sorge bei der Regierung geführt, dass die Demonstrationen in breite Proteste münden könnten. Der Gelbwestenprotest, der so heisst, weil viele der Beteiligten gelbe Warnwesten trugen, hatte Frankreich 2019 längere Zeit in Atem gehalten.

    macron
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die Plünderer zur Kasse bitten. - keystone

    In Frankreich wird im kommenden Jahr ein neuer Präsident gewählt. Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nicht mehr antreten.

    Umfragen sehen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl seit langem die rechtsnationale Kandidatin Marine Le Pen in Führung.

    Auf dem zweiten Platz sahen einige Umfragen den linken Bewerber Jean-Luc Mélenchon. Zuletzt wurde dieser in einigen Befragungen aber vom Mitte-Rechts-Kandidaten Édouard Philippe überholt.

    Plünderungen auch in Italien

    Auch in Italien gab es Ausschreitungen.

    In der norditalienischen Wirtschaftsmetropole Mailand ist es den zweiten Tag in Folge zu gewalttätigen Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen.

    Meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute schlugen Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte. Das teilte die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete.

    Die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt und mindestens 160 Menschen festgenommen, davon 80 Prozent Minderjährige.

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    Kommentare

    User #1673 (nicht angemeldet)

    Trump und andere Rechtspopulisten verschärfen gesellschaftliche Konflikte, indem sie Gegner zu Feinden erklären und Minderheiten zum Problem stilisieren. Gleichzeitig geraten soziale Ungleichheit, bezahlbares Wohnen und die wachsende Macht grosser Vermögen aus dem Blick. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie sehr politische Debatten unter Hass, Hetze und Polarisierung leiden. Am Ende profitieren häufig jene, die ohnehin schon Macht und Einfluss besitzen.

    User #5596 (nicht angemeldet)

    JD Vance macht es sich zu einfach, wenn er Frankreichs Probleme pauschal auf Migration reduziert. Wer die Krawalle verstehen will, muss auch soziale Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit und politische Versäumnisse untersuchen. Die Täter sind für Gewalt und Plünderungen verantwortlich. Die französische Politik muss sich zugleich fragen, weshalb die Spannungen in manchen Quartieren über Jahre gewachsen sind. Wer nur Sündenböcke präsentiert, löst keine Probleme.

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