In Italien sollen Hunderttausende Wildschweine geschossen werden. Die Tiere gelten als Schweinepest-Risiko, das sich auch auf den Parmaschinken-Handel auswirkt.
Wildschwein Schweinepest Italien
Rund eine Million Wildschweine sollen binnen maximal fünf Jahren in Italien geschossen werden. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Italien plant, seine Wildschweinpopulationen um bis zu 80 Prozent zu dezimieren.
  • Die Tiere vermehren sich rasant und erhöhen die Seuchengefahr bei Hausschweinen.
  • Auch Produzenten von Parmaschinken fordern den Abschuss.
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Aktuell sollen rund 1,5 Millionen Wildschweine in Italien leben. Zu viele, findet das Landwirtschaftsministerium in Rom und hat Massnahmen angekündigt: In den kommenden drei bis fünf Jahren sollen bis zu 1 Million der Tiere abgeschossen werden.

Schweinepest-Angst in Italien

Wie unter anderem «Bild» berichtet, zeige man sich in Italien äusserst besorgt mit Blick auf die Schweinepest. Die frei lebenden Tiere gelten als Gefahr für ihre domestizierten Verwandten. Durch das vermehrte Vordringen der teils aggressiven Wildschweine in besiedelte Gebiete drohten sie, die Seuche auf Hausschweine zu übertragen.

Wildschweine Bache Frischlinge Wiese
In Italien leben heute rund fünfmal so viele Wildschweine wie vor 30 Jahren. (Symbolbild) - keystone

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für den Menschen ungefährlich. Von dem Virus betroffene Haus- und Wildschweine verenden jedoch zumeist. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und Sterblichkeit unter den Tieren kann die Schweinepest zu grossen Problemen in der Fleischproduktion führen.

Parmaschinken-Produzenten in Sorge

In Italien sorgen sich seit geraumer Zeit insbesondere Schweinebetriebe in Parma um die Gesundheit ihrer Tiere. So forderte der Verband der norditalienischen Schinkenproduzenten jüngst gar den Einsatz des Militärs gegen Wildschweine. Werde keine Lösung gefunden, werde «alles scheitern».

Parmaschinken Schweinepest Italien
Im Parmaschiken halt sich der Schweinepest-Erreger länger als in anderen Schweinefleisch-Produkten. (Symbolbild) - keystone

Tatsächlich hält sich der Schweinepest-Erreger im Parmaschinken länger als in anderen Produkten. Mehrere Länder, darunter China und Japan, verbieten die Einfuhr der norditalienischen Spezialität; zuletzt zog auch Kanada nach.

Bund bittet Bevölkerung um Mithilfe

Auch in der Schweiz fürchtet der Bund, dass die Schweinepest von Wildtieren aus Norditalien eingeschleppt wird. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Essensreste korrekt zu versorgen, um keine Wildschweine anzulocken. Für den Ernstfall werde eine intensive Jagd in Betracht gezogen.

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