Die Preise für Schweinefleich sind seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest drastisch gefallen. Zwei grosse Lebensmitteldiscounter haben nun Aktionsangbote ausgerufen.
Schweinebauern begrüssen, dass Aldi und Lidl durch Sonderangebote die Abnahme von Schweinefleisch antreiben. Foto: picture alliance / dpa
Schweinebauern begrüssen, dass Aldi und Lidl durch Sonderangebote die Abnahme von Schweinefleisch antreiben. Foto: picture alliance / dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat die Aktionsangebote für Schweinefleisch einiger Lebensmittelketten begrüsst.

«Das ist eine akute temporäre Hilfsmassnahme», der Geschäftsführer der ISN, Torsten Staack, im niedersächsischen Damme.

Aldi und Lidl hatten nach einem Branchentreffen mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in der vergangenen Woche angekündigt, mit zusätzlichen Vermarktungsaktionen den Absatz von Schweinefleisch aus Deutschland anzukurbeln.

Hintergrund sind die extrem niedrigen Erzeugerpreise, die die Schweinehalter gerade für ihr Schlachtvieh bekommen. Nach Angaben von Staack beträgt der Schlachtpreis im Moment im Durchschnitt 1,25 Euro pro Kilo. «Mit jedem Schwein machen die Mäster derzeit 60 bis 70 Euro Verlust», sagte Staack.

Die Kühlhäuser sind voll

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland sind viele internationale Absatzmärkte für die deutschen Schweinemäster weggebrochen, vor allem der lukrative chinesische Markt. Zusätzlich lahmt der Absatz in Deutschland, weil aufgrund der Corona-Pandemie nach wie vor in der Gastronomie und wegen fehlender Grossveranstaltungen weniger konsumiert wird.

Anfang des Jahres gab es einen grossen «Schweinestau», die Schlachthöfe konnten die Mengen an Schlachttieren nur langsam abnehmen. Inzwischen lagern grosse Mengen Schweinefleisch in Kühlhäusern. Es gehe darum, diese Fleischbestände über Sonderangebotsaktionen abzubauen, sagte Staack. «Das geht in Deutschland nun einmal über den Preis.»

Das stehe nicht im Widerspruch zu den Treckerprotesten der Landwirte zu Beginn des Jahres. Damals blockierten vielerorts Landwirte in ganz Deutschland Lager der Lebensmittelketten, um gegen Dumpingpreise zu protestieren. In beiden Fällen gehe es den Landwirten darum, einen wirtschaftlich tragfähigen Preis für ihre Produkte zu bekommen, sagte Staack.

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