Schweden bestraft Bandenkriminalität jetzt doppelt so hart
Im Kampf gegen brutale Gangs zieht Schweden die Zügel an: Bandenkriminelle können ab sofort doppelt so hart bestraft werden.

Ein Gangmitglied, das mit einer Schusswaffe festgenommen wird, musste der Nachrichtenagentur TT zufolge bislang mit einer Höchststrafe von vier Jahren rechnen. Heute kann derselbe Bandenkriminelle mit bis zu acht Jahren Gefängnis bestraft werden.
Sogar für Minderjährige soll das doppelte Strafmass gelten – allerdings soll es für Jugendliche andererseits auch Strafnachlässe geben.
Schweden kämpft seit vielen Jahren gegen die grassierende Gang-Gewalt. Banden heuern gezielt Minderjährige für Auftragsmorde an.
Bislang hatte das Land der Kriminalität wenig entgegenzusetzen. In diesem Jahr liegt die Zahl der Schusswaffentaten und -toten aber bislang auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Die doppelten Strafen haben sich die Schweden nun vom Nachbarn Dänemark abgeguckt. Dort werden Verbrechen im Zusammenhang mit Bandenkriminalität schon länger härter bestraft.
Die Obergrenze für das verdoppelte Strafmass in Schweden liegt künftig bei 18 Jahren. Das Gesetz ist Teil eines umfassenden Reformpakets im Strafrecht, das ausserdem die Verschärfung von rund 50 Strafrahmen beinhaltet.
Das Gesetz ist aber umstritten: Einige Experten hatten die längeren Freiheitsstrafen als wirkungslos kritisiert.










