Der iranische und der türkische Präsident wollen die Einheit von Syrien wahren. Man werde keiner Gruppe erlauben, die regionale Sicherheit zu gefährden.
Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani an der Pressekonferenz.
Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani an der heutigen Pressekonferenz. Die Einheit von Syrien müsse gewahrt werden, so die beiden Präsidenten. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani wollen die syrische Einheit wahren.
  • Die territoriale Integrität müsse von allen Seiten respektiert werden.

Nach der Ankündigung der USA zum Abzug ihrer Truppen aus Syrien haben Irans Präsident Hassan Ruhani und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan ihren Willen betont, die Einheit des Landes zu wahren. «Die territoriale Integrität Syriens muss von allen Seiten respektiert werden. Beide Länder sind sich da einig», sagte Ruhani heute Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit Erdogan in Ankara. Direkt auf den angekündigten US-Truppenabzug gingen sie nicht ein.

Erdogan warnte, die Türkei würde keiner Gruppe erlauben, die regionale Sicherheit zu gefährden. Erst vergangene Woche hatte er eine neue Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien angekündigt. Die Türkei betrachtet die Präsenz der Gruppe an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft.

Abzug der US-Truppen

Die USA unterstützten die Kurdenmiliz bisher mit Spezialkräften, Luftangriffen und Waffen im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). US-Präsident Donald Trump kündigte gestern Mittwoch jedoch an, alle 2000 US-Soldaten abzuziehen, da die IS-Miliz besiegt sei. Damit verlieren die YPG-Einheiten ihren wichtigsten Verbündeten, der bisher auch einen türkischen Angriff auf ihre Gebiete in Nordsyrien verhindert hatte.

Erdogan sagte bei der Pressekonferenz, es gebe viele Schritte, die die Türkei mit dem Iran einleiten könne, um die Kämpfe in Syrien zu beenden. Obwohl sie in dem Konflikt auf unterschiedlichen Seiten stehen, setzen sie sich seit Anfang 2017 gemeinsam mit Russland im sogenannten Astana-Prozess für eine Deeskalation ein. Ruhani kündigte an, dass der nächste Dreier-Gipfel von Teheran, Ankara und Moskau in Russland stattfinden werde.

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