Roma-Siedlung in Rom geräumt

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    Italien,

    In Rom wurde ein Roma-Camp geräumt. Mehrere Hundert Menschen mussten das Camp verlassen.

    In Rom wurde ein Roma-Camp geräumt.
    In Rom wurde ein Roma-Camp geräumt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Rom wurde eine Siedlung von Fahrenden geräumt.
    • Den Bewohnern seien alternative Unterkünfte angeboten worden.

    In der italienischen Hauptstadt ist ein Camp mit mehreren Hundert Angehörigen der Minderheit der Roma geräumt worden. Die Bürgermeisterin begründete die Massnahme mit Gesundheitsrisiken für die Bewohner der illegalen Barackensiedlung am Rande der Stadt. Es gebe Hygiene-Probleme, schrieb die Bürgermeisterin Virginia Raggi am Donnerstag auf Facebook. Den Bewohnern seien alternative Unterkünfte und die freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer angeboten worden.

    Dass die «Camping River» genannte Siedlung bereits am Donnerstag geräumt wurde, hatte für Empörung gesorgt, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Italien am Dienstag darum gebeten hatte, damit noch zu warten und bis Freitag weitere Informationen zu liefern.

    Allerdings teilte ein EGMR-Sprecher am Abend mit, die sogenannte einstweilige Massnahme sei am Donnerstag aufgehoben worden. Sie sollte verhindern, dass drei gesundheitlich angeschlagene Bewohner des Camps verwiesen werden. Die drei hatten sich in Strassburg gegen die drohende Räumung gewehrt.

    Unterkünfte für Vertriebene

    Das Gericht zeigte sich nun zufrieden mit der Lösung: Die drei Bewohner hätten akzeptiert, in Unterkünfte umzuziehen, die ihnen die Behörden angeboten hätten, teilte der Sprecher mit. Daher sei die einstweilige Massnahme aufgehoben worden.

    «Sie haben uns genommen und auf die Strasse geworfen, wie Hunde», klagte ein Bewohner der Siedlung im Fernsehsender Rai. Auch die Associazione 21 Luglio, die sich für die Rechte der Roma einsetzt, kritisierte das Vorgehen. Nach ihren Angaben ist nur einer «kleinen Minderheit» der Roma-Familien eine neue Bleibe angeboten worden. Etwa 100 Bewohner seien ausserhalb des Camps gestrandet.

    Der Organisation zufolge leben zwischen 120 000 und 180 000 Roma in Italien. Schätzungsweise 26 000 von ihnen leben in Siedlungen wie «Camping River». Sie gelten als vom Verbrechen kontrollierte No-Go-Areas.

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