Seit 30 Jahren lebt ein italienischer Eremit auf einer einsamen Insel auf La Maddalena in Sardinien. Nun muss «Robinson Crusoe Italiens» zurück aufs Festland.
Robinson Crusoe
Eine der vielen Inseln auf La Maddalena, Sardinien. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Mauro Morandi ist ein 82-jähriger Eremit und lebt auf der einsamen Insel Budelli.
  • Nun soll sein Haus, ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, umgebaut werden.
  • Deshalb hat der Nationalpark von La Maddalena Morandi zum Gehen aufgefordert.

«Arrivederci» nach mehr als drei Jahrzehnten: In Sardinien soll ein 82 Jahre alter Eremit die einsame Insel Budelli im Archipel von La Maddalena räumen. Mauro Morandi hatte dort 32 Jahre seines Lebens verbracht, wie er der Nachrichtenagentur DPA in Rom sagte.

Sein Haus muss umgebaut werden

Nun müsse er jedoch dort weg, denn das Haus, in dem er lebte, müsse umgebaut werden. Das Haus ist ein Überbleibsel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der Nationalpark des Archipels von La Maddalena habe Morandi deshalb aufgefordert, die Insel zu verlassen. Ende April soll es soweit sein.

La Maddalena
La Maddalena ist berühmt für sein türkisblaues Wasser. - Pixabay

In Italien nennen einige den Mann aus dem Inselparadies mit dem rosafarbenen Sand den «Robinson Crusoe Italiens». Nach dem Roman von Daniel Defoe über einen Seemann, der als Schiffbrüchiger auf einer Insel landet.

Morandi sieht keine Verbindung mit Robinson Crusoe

1989 wollte Morandi eigentlich mit einem Katamaran gen Pazifik aufbrechen. Bei Budelli kam es jedoch zu Problemen, zugleich war er von der Mini-Insel begeistert und entschied sich, dort zu bleiben. Als einen Robinson Crusoe sehe er sich deshalb nicht. «Robinson wollte zurück in die Gesellschaft und ich nicht.»

La Maddalena
Eine Insel von La Maddalena im Norden von Sardinien. - Pixabay

Durch den glücklichen Zufall, dass der Wächter der Insel wechselte, konnte Morandi den Job dort übernehmen. Über die Jahre gab es jedoch immer mehr Streitigkeiten mit den Behörden, weil er das Haus ohne Genehmigung erweitert hatte. «Ich bin diese ganzen Sachen jetzt auch wirklich leid.» Dies erklärte Morandi, der eigentlich aus Modena in der norditalienischen Region Emilia-Romagna kommt.

Insel soll zu einem Forschungszentrum werden

Aus der Insel soll ihm zufolge ein Forschungszentrum werden, eine entsprechende Anfrage an den Nationalpark blieb unbeantwortet. Morandi, dessen Kinder noch in Modena leben, will nun auf die Hauptinsel La Maddalena in eine kleine Wohnung umziehen. Dies berichtete er - allerdings an die Peripherie. Er brauche noch den Kontakt zur Natur, und alleine könne er am besten leben.

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